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News 11.06.2019

TechnikRadar: Europas digitale Kluft

Studie von acatech und Körber-Stiftung vergleicht Wahrnehmung des digitalen Wandels in europäischen Staaten

Im europäischen Vergleich sind die Deutschen weniger optimistisch, wenn es um die Bewertung der Chancen durch die Digitalisierung geht. Das zeigt das TechnikRadar 2019, welches acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – und die Körber-Stiftung veröffentlicht haben. Bei der Untersuchung handelt es sich um den Vergleich einer eigenen repräsentativen Befragung mit internationalen Studien.

Das TechnikRadar 2019 macht deutlich, dass die Europäer die Chancen durch die Digitalisierung unterschiedlich bewerten. Die Deutschen nehmen im Vergleich insgesamt eine Mittelposition ein und sind weniger optimistisch – mit Ausnahmen: Wenn es beispielsweise um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wirtschaft geht, ist Deutschland vergleichsweise zuversichtlich. Mit 82 Prozent erwarten hier etwas mehr Deutsche als Schweden mit 79 Prozent positive Effekte durch Digitalisierung; im europäischen Mittel sind es mit 75 Prozent sogar deutlich weniger als hierzulande.

„In Europa gibt es erhebliche Unterschiede bei der Wahrnehmung und Bewertung des digitalen Wandels. Digitalisierung wird insbesondere dann kritisch erlebt, wenn sie als ein Prozess wahrgenommen wird, dem man sich ausgeliefert fühlt. Menschen, die sich in der Digitalisierung als vergleichsweise kompetent erleben und auf die institutionelle Regulierung vertrauen, sind auch optimistischer bei der Bewertung von Gestaltbarkeit und Chancen“, erklärt die wissenschaftliche Projektleiterin Cordula Kropp die Ergebnisse.

Dänen, Schweden und Niederländer, die ihre digitale Kompetenz überdurchschnittlich gut bewerten, haben auch überdurchschnittlich positive Erwartungen an die Digitalisierung. Die Deutschen haben nur durchschnittliches Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und auch ihr Optimismus liegt im europäischen Mittelfeld.

Quelle: acatech/ Körber-Stiftung

Die Frage, ob Unternehmen, Behörden oder die EU am ehesten in der Lage sind, sich mit den Folgen der neuesten digitalen Technologien zu befassen, wird in Europa unterschiedlich bewertet: 20 Prozent sehen bei Unternehmen die größte Kompetenz, die Governance der Digitalisierung zu übernehmen. Am zweithäufigsten genannt werden alle drei Akteure zusammen (19 Prozent), gefolgt von den nationalen Behörden (16 Prozent). Unter den Deutschen wünschen sich sogar 27 Prozent eine Regulierung durch Unternehmen. Der EU trauen die wenigsten diese Aufgabe zu (13 Prozent).

In Schweden, wo die Menschen ihre digitalen Kompetenzen hoch einschätzen, haben die über 65-Jährigen ähnlich positive Erwartungen an digitale Technologien wie die Digital Natives unter 35. In Ländern wie Deutschland, die sich nicht als digital fortgeschritten wahrnehmen und in denen sich die Befragten für durchschnittlich kompetent im Umgang mit digitalen Anwendungen halten, sind die Unterschiede größer: Die Generation 65+ hat hier erheblich niedrigere Erwartungen an die neuen Technologien als die Jugend. Interessanterweise ist dies kein Generationen-, sondern ein Alterseffekt. Mit zunehmendem Alter werden Menschen fast überall in Europa skeptischer, der Rückgang wird in der ältesten Altersgruppe besonders deutlich. Hier nimmt der berufsbedingte Druck ab, die digitalen Technologien zu nutzen.

Das vollständige TechnikRadar 2019 finden Sie hier.

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