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News 04.04.2019

Werte aus industriellen Daten schöpfen

Zwei BMBF-Forschungsprojekte in Paderborn: DizRuPt und IMPRESS

Wie gelingt es Unternehmen, Nutzungsdaten ihrer Produkte zu erheben, zu verarbeiten und gewinnbringend einzusetzen? Daran forschen Wissenschaftler der Universität Paderborn und des Fraunhofer IEM in zwei neuen Verbundprojekten. Dabei wollen sie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Zu diesem Zweck erhält die Paderborner Wissenschaft in den nächsten drei Jahren rund 1,8 Millionen Euro Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

„Die Möglichkeiten, aus Betriebsdaten einen Nutzen zu ziehen, sind riesig. Besonders bisher traditionell produzierende Unternehmen haben die Chance, ihre Produkte zu verbessern oder ganz neue digitale Services zu entwickeln“, so Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu, Leiter des Lehrstuhls Advanced Systems Engineering am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn und Direktor am Fraunhofer IEM.

Die beiden neuen Projekte werfen zwei verschiedene Forschungsfragen auf:

  • Wie können Unternehmen ihre Produktdaten aus dem Betrieb nutzen, um künftige Produkte zu optimieren?
  • Wie müssen Unternehmen sich aufstellen und verändern, um mit digitalen, datenbasierten Services am Markt erfolgreich zu sein?

Daten aus dem Betrieb eines Produktes liefern dem Hersteller wertvolle Informationen. Wo sind Fehlerquellen? Welche Funktionen werden von Kunden oft, welche seltener genutzt? Das Forschungsprojekt „Datengestützte Retrofit- und Generationenplanung im Maschinen- und Anlagenbau“ (DizRuPt) unterstützt Unternehmen dabei, diese Informationen einzusetzen, um die nächste Produktgeneration zu optimieren oder im Markt befindliche Produkte durch ein Update zu verbessern. Die Wissenschaftler erarbeiten einen Leitfaden, mit dem Unternehmen systematisch Nutzen aus ihren Daten ziehen können. Sie erhalten Orientierung, welche Methoden der Datenanalyse und -verarbeitung und welche IT-Werkzeuge sie einsetzen können. Der Leitfaden berücksichtigt auch die Qualifikation der Mitarbeitenden und Maßnahmen für Sicherheit und Datenschutz.

Wenn Unternehmen Daten aus Produktion und Produkt ermitteln, können sie ihren Kunden zusätzliche datenbasierte Dienstleistungen, sogenannte Smart Services, anbieten. Um solch ein Geschäftsfeld erfolgreich zu etablieren, müssen zunächst Unternehmensstrategie und Geschäftsmodelle, aber auch interne Kompetenzen, Arbeitsprozesse und Organisationsformen für Smart Services gerüstet sein. Diesen Prozess wird das Forschungsprojekt „Instrumentarium zur musterbasierten Planung hybrider Wertschöpfung und Arbeit zur Erbringung von Smart Services“ (IMPRESS) unterstützen. Ziel ist es, Unternehmen auf dem Weg vom Produkthersteller zum Anbieter von Smart Services zu begleiten, indem ein Baukasten mit erfolgversprechenden Lösungswegen für verschiedene Aspekte dieses Wandels bereitgestellt wird.

Weitere Informationen zu DizRuPt finden Sie hier.
Weitere Informationen zu IMPRESS finden Sie hier.

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