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News 22.03.2019

Moderne Holzernte durch Digitalisierung der Waldarbeit

IfADo entwickelt Coaching-App für Beschäftigte der Forstwirtschaft

Papier, Möbel, Pellets – Holz ist ein begehrter Rohstoff im Alltag. Die moderne Holzernte muss dem großen Verbrauch entsprechend so effizient wie möglich erfolgen. Das internationale EU-Kooperationsprojekt AVATAR mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie startet aktuell mit dem Ziel, die Betriebseffizienz und die Arbeitszufriedenheit bei der mechanisierten Holzernte zu erhöhen. Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund liefert dazu das Konzept eines digitalen Coaches, der die modernen Holzfäller unterstützen soll.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat unlängst auch den Wald erreicht. Moderne Holzernte setzt auf sogenannte Harvester. Das sind Erntemaschinen für die Vollernte, die in Windeseile Bäume fällen, Äste entfernen, den Stamm auf Länge schneiden und ablegen. Diese Erntemaschinen sind sehr komplex zu steuern und die Benutzerschnittstelle erinnert eher an ein Flugzeugcockpit.

Das Projekt AVATAR – kurz für Advanced Virtual Aptitude and Training Application in Real Time – zielt darauf ab, die sehr langwierige Ausbildung und Qualifikation der Maschinenführenden zu vereinfachen, deren Arbeitsbelastung zu reduzieren und das volle Potenzial der Maschinen auszuschöpfen. Denn die hohen Anschaffungskosten der Maschinen müssen durch eine volle Auslastung gedeckt werden. Gleichzeitig muss die Holzernte sorgfältig erfolgen, um nicht zu viel „Abfall“ zu produzieren oder gar Schäden an künftigen Erntebäumen zu verursachen.

Jeder Maschinenführende arbeitet anders, abhängig von Erfahrungshintergrund, Tagesform und Persönlichkeit. Für das optimale Handling der Maschinen wollen Forschende um Dr. Gerhard Rinkenauer am IfADo einen digitalen Coach entwickeln, um ein individuelles Feedback direkt im Arbeitsprozess zu geben. Zunächst werden dazu Daten zur Arbeitsausführung erfasst und analysiert, um vorteilhafte und nachteilige Arbeitsmuster zu erkennen. Darauf basierend entwickelt das IfADo ein Konzept, das individuelle Verbesserungs- und Trainingsschwerpunkte ermittelt und unmittelbar Feedback geben kann. 

Beteiligt sind sieben Kooperationspartner aus Norwegen, Schweden und Deutschland unter der Leitung der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen. Gefördert wird das Projekt für die nächsten drei Jahre von der europäischen Union über das Forschungsrahmenprogramm ERA-NET Cofund ‚ForestValue‘.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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