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News 30.01.2019

Suchmaschine findet Pro und Contra

Junior-Professor der Uni Paderborn entwickelt KI zum Aufzeigen und Bewerten von Argumenten

Argumente bereichern jede Diskussion. Was aber, wenn es an stichhaltigen Punkten und belastbaren Aussagen in der Beweisführung mangelt? Junior-Professor Henning Wachsmuth von der Universität Paderborn will dem individuellen Denkvermögen auf die Sprünge helfen: Der Informatiker leitet die Entwicklung einer Suchmaschine, die bei der Meinungsbildung unterstützen soll.

Args.me, so der Name der Suchmaschine, liefert Pro- und Contra-Argumente für theoretisch beliebige Themen. Auf Basis von derzeit 300.000 Argumenten, die aus verschiedenen englischsprachigen Diskussionsforen im Internet stammen, werden die Ergebnisse der Suchanfragen auf der Pro- und Contra-Seite nach Relevanz sortiert. In naher Zukunft sollen auch die Daten einschlägiger Internetseiten wie z. B. Newsportalen dazukommen.

Angesiedelt im Bereich der Computerlinguistik, ist es vor allem die Entwicklung algorithmischer Verfahren, die Wachsmuth interessiert: Mithilfe von maschinellem Lernen kann die Suchmaschine selbst erkennen, bei welchen Aussagen es sich um Argumente handelt. Den Computerprogrammen wird beigebracht, wie Argumente aufgebaut sind – formal und inhaltlich.

„Bei einem Argument handelt es sich um eine Kombination aus Behauptung und Begründung. Bestimmte syntaktische Gegebenheiten oder Wörter und Wortgruppen können als Indikatoren für Argumente gewertet werden. Das sind zum Beispiel Kausalkonstruktionen mit der Konjunktion 'because'. Man spricht allgemein von linguistischen Merkmalen. Diese Konstruktionen speisen wir aber nicht händisch als Argumente ein. Wir geben den Programmen im Grunde nur Hinweise, auf was sie achten sollen. Sobald dann eine Kombination verschiedener Textmerkmale vorliegt, kann ziemlich sicher von einem Argument ausgegangen werden“, erklärt Wachsmuth.

Maschinelles Lernen ist neben der automatischen Erkennung auch für die Bewertung und damit das Ranking der Ergebnisse verantwortlich, wozu beispielsweise Quellenangaben als Indiz genutzt werden. „Stärkere Argumente sollen oben in der Liste erscheinen, schwächere weiter unten“, so Wachsmuth. Manchmal handele es sich bei den Treffern auch nur um bloße Meinungsäußerung, so der Wissenschaftler weiter. Das bedeutet: Alle Inhalte müssen überprüft werden, was mittelfristig auch der Fall sein soll.

Die Suchmaschine finden Sie hier.

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