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News 02.01.2019

Steuerstandort Deutschland mittlerweile Schlusslicht für digitale Geschäftsmodelle

ZEW, Uni Mannheim und PwC veröffentlichen Steuerlichen Digitalisierungsindex 2018

Die Bundesrepublik rangiert als Standort für Investitionen in digitale Geschäftsmodelle mittlerweile auf dem letzten Platz im internationalen Vergleich. Zu diesem zentralen Befund kommt die Studie „Steuerliche Standortattraktivität digitaler Geschäftsmodelle. Steuerlicher Digitalisierungsindex 2018“, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung gemeinsam mit der Universität Mannheim und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC nun zum zweiten Mal erarbeitet hat.

Im Steuerlichen Digitalisierungsindex 2018 werden relevante steuerliche Standortfaktoren für Investitionen in digitale Geschäftsmodelle im Vergleich für die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Kanada, die USA, Japan, Norwegen und die Schweiz analysiert. Die Recherche sowie deskriptive Aufbereitung umfassen unter anderem Steuersätze, Abschreibungsregeln für IT-Software und Hardware, oder Präferenzregime für Erträge aus Forschung und Entwicklung sowie Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Daraus resultieren effektive Durchschnittssteuersätze in den betrachteten Ländern zwischen minus 33,2 Prozent in Italien bis 22,2 Prozent in Deutschland.

Das Ergebnis der Studie ist aus deutscher Sicht ernüchternd: Von den 33 untersuchten Ländern schneidet Deutschland am schlechtesten ab und liegt damit knapp hinter den USA mit 22 Prozent – zum Vergleich: Der effektive Durchschnittsteuersatz aller betrachteten Ländern liegt bei rund 8,8 Prozent. Die ersten fünf Plätze belegen Italien (minus 33,2 Prozent), Irland (minus 3,4 Prozent), Ungarn (minus 0,5 Prozent), Litauen (minus 0,05 Prozent) und Lettland (0,1 Prozent).

„Deutschland ist mittlerweile Schlusslicht in steuerlicher Hinsicht, auch für digitale Geschäftsmodelle. Die USA haben sich nicht zuletzt durch die drastische Senkung der Belastung von Unternehmensgewinnen und der bevorzugten Besteuerung von Auslandsgewinnen im Kampf um die Ansiedlung digitaler Unternehmen verbessert und liegen damit noch vor Deutschland“, so der ZEW-Forschungsprofessor Prof. Dr. Christoph Spengel.

Die Studie zeigt weiter, dass insbesondere im europäischen Kontext die steuerliche Forschungsförderung ein zunehmend verbreitetes Mittel ist, um für Investitionen in Innovation Anreize zu setzen. Dass es eine solche Förderung in Deutschland praktisch noch nicht gibt, wird vermehrt zum Standortnachteil. Denn: Digitale Geschäftsmodelle profitieren immer dann von steuerlicher Forschungsförderung, wenn die dazugehörigen Regeln breit gefasst sind und nicht nur klassische Labortätigkeiten oder patentierbare Wirtschaftsgüter umfassen. Weiterhin profitieren insbesondere plattform-basierte digitale Geschäftsmodelle von steuerlichen Sonderregimen, da hierbei Softwareentwicklung ein Haupttätigkeitsfeld ist.

„Aus Sicht der Praxis ist festzustellen, dass die Zahl der Unternehmen, die sich auf einen digitalen Innovationspfad begeben haben, mittlerweile Legion ist. Diese Welle ist längst in ‚Brick-and-Mortar‘ angekommen, und in einigen Jahren werden alle Unternehmen mehr oder weniger digital sein. Wenn sich hierbei Fragen zur internationalen Standortwahl stellen, muss der Steuerberater auf die massiven internationalen Belastungsunterschiede bei der Besteuerung digitaler Geschäftsmodelle hinweisen“ sagt Dr. Frank Schmidt, Tax Partner bei PwC.

Die Publikation finden Sie hier.

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