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News 20.11.2018

Bitkom-Umfrage: Deutsche Wirtschaft zögerlich bei der Nutzung von Blockchain-Technologien

Mehrheit sieht großes Potenzial für Handelsplattformen und Datensicherung

Die deutsche Wirtschaft sieht große Chancen in der Blockchain, zögert aber noch, die Technologie im eigenen Unternehmen einzusetzen. Vor allem fehlende Anwendungsfälle, der Mangel an Blockchain-Experten sowie rechtliche Unsicherheiten werden dabei als Herausforderungen gesehen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.004 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die im Vorfeld des Digital-Gipfels der Bundesregierung vorgestellt wurde.

Die Mehrheit der Unternehmen (60 Prozent) hat sich generell überhaupt noch nicht mit dem Thema Blockchain beschäftigt. Gerade einmal jedes achte Unternehmen (12 Prozent) sieht sich selbst dem Thema gegenüber aufgeschlossen. Jedes Elfte (9 Prozent) ist kritisch und ablehnend eingestellt. Entsprechend zögerlich sind die Unternehmen auch beim Praxis-Einsatz der Technologie. 9 von 10 Unternehmen (86 Prozent) haben noch nicht einmal darüber nachgedacht, ob und wie Blockchain genutzt werden könnte. Gerade einmal 2 Prozent diskutieren aktuell den Einsatz, 4 Prozent sind in der Planungs- oder Testphase und bei weiteren 2 Prozent laufen bereits Projekte. Bei Großunternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten sieht das Bild etwas anders aus. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) hat sich bereits mit dem Blockchain-Einsatz befasst: Jedes Neunte (11 Prozent) diskutiert darüber, jedes Vierte (26 Prozent) ist in der Planungs- oder Testphase. Und immerhin 17 Prozent geben an, dass bereits Projekte laufen.

Das größte Potenzial für die Blockchain sehen die Unternehmen beim Einsatz als dezentrale Handelsplattform oder dezentrales Transaktionssystem (70 Prozent). Ein Beispiel dafür sind Kryptowährungen wie Bitcoin. Rund zwei Drittel (63 Prozent) nennen die Möglichkeit, die Aktivitäten aller Partner einer Wertschöpfungskette nachvollziehbar zu gestalten. So lässt sich feststellen, ob das Ersatzteil wirklich vom Original-Hersteller stammt oder das Fleisch in der Kühltheke tatsächlich vom Bio-Rind. Rund jedes zweite Unternehmen geht davon aus, dass mit Blockchain die sichere und transparente Übertragung von Nachweisen über Eigentumsrechte möglich wird (57 Prozent). Damit ließe sich etwa der Kaufvertrag über die Immobilie manipulationssicher auf einer Blockchain speichern, so dass kein Notar mehr erforderlich wäre.

„Deutschland zum Vorreiter bei Blockchain-Anwendungen zu machen“, so Bitkom-Präsident Achim Berg. Dazu seien neben einem verstärkten Einsatz der Unternehmen auch flankierende Maßnahmen der Politik notwendig. Darüber hinaus müsse die Forschung zur Blockchain massiv gefördert werden, etwa durch anwendungsbasierte Forschungscluster zwischen Industrie und Hochschulen, aber auch durch Förderprogramme.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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