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News 07.11.2018

Future Skills: Die Zukunft der Personalarbeit

Rund 280.000 Akademiker werden in fünf Jahren mit Unterstützung von Online-Tools eingestellt

Neue digitale Technologien werden auch die Arbeit von Personalabteilungen in den Unternehmen massiv verändern. Digitale Auswahltests, Planspiele oder automati-sierte Analysen von Bewerberprofilen auf Online-Plattformen werden für die Personalgewinnung und -entwicklung bis 2023 eine immer stärkere Rolle spielen. Die Personalabteilungen reagieren damit auf die Notwendigkeit, ausreichend Fachkräfte mit technologischen Fähigkeiten zu finden und die bestehende Belegschaft in neuen Schlüsselqualifikationen weiterzubilden. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie von Stifterverband und McKinsey & Company mit dem Titel „Wie Future Skills die Personalarbeit verändern“.

„Der Bedarf an Mitarbeitern mit spezifischer Expertise nimmt immer mehr zu. Deshalb ist es für Personalabteilungen sehr sinnvoll zur Unterstützung automatisierte Auswahlverfahren einzusetzen“, stellt McKinsey-Seniorpartner Jürgen Schröder fest. Als ein Beispiel nennt er Job-Matching-Plattformen: „Hier werden die Daten von Bewerbern mit veröffentlichten Stellenausschreibungen verglichen. So können Kandidaten zielgerichteter mit dem passenden Unternehmen zusammengebracht werden. Gamification-Elemente sind bestens geeignet, um überfachliche Qualifikationen wie unternehmerisches Handeln oder agiles Arbeiten besser einschätzen zu können.“

Es wird vor allem bei digitalen Auswahltests und Planspielen einen enormen Anstieg von 82 Prozent geben. Ein Grund dafür dürfte der massive Bedarf an Tech-Spezialisten bis 2023 sein, den Stifterverband und McKinsey in den nächsten fünf Jahren auf rund 700.000 Personen beziffern, darunter Experten wie nutzerorien-tierte Webdesigner oder Big-Data-Analysten. Schon heute nutzt jedes siebente der befragten Unternehmen digitale Instrumente, um geeignete Fachkräfte zu finden; Tendenz steigend.

Jedes dritte Unternehmen gibt an, innerhalb der nächsten fünf Jahre digitale Plattformen nutzen zu wollen, um Bewerberprofile automatisiert auf vorhandene Fähigkeiten zu analysieren. Laut einer Hochrechnung von McKinsey und Stifterverband werden im Jahr 2023 rund 280.000 Einstellungen mit der Unterstützung von Online-Tools vorgenommen. Das persönliche, analog geführte Vorstellungsgespräch verliert dagegen an Bedeutung: Für 71 Prozent der befragten Unternehmen spielt es gegenwärtig noch eine zentrale Rolle im Bewerbungs-verfahren. Doch nur 61 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie dies auch in fünf Jahren noch so anwenden werden. Bei den Großunternehmen will sogar jedes zweite in fünf Jahren Bewerbungsgespräche bevorzugt online führen.

Neben der Personalgewinnung wird sich nach Ansicht von Stifterverband und McKinsey auch der Bereich Personalentwicklung rapide verändern. Das Analysieren von großen Datenmengen sowie agiles und kollaboratives Arbeiten sind Fähigkeiten, so genannte Future Skills, die für die künftige Arbeitswelt immer wichtiger werden. Bereits heute werden schon 60 Prozent des Weiterbildungsbudgets für Future-Skills-Maßnahmen eingesetzt. Der Studie zufolge werden die befragten Unternehmen in diesem Bereich ihre Anstrengungen verstärken: Stellen sie heute ihren Mitarbeitern im Durchschnitt 3,7 Tage pro Jahr für weiterbildende Maßnahmen zur Verfügung stellen, werden es in fünf Jahren schon fünf Tage pro Jahr sein.

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