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News 04.10.2018

Gesundheitswesen: 34 Milliarden Euro Einsparpotenzial durch Digitalisierung

McKinsey-Studie analysiert 26 digitale Gesundheitstechnologien

Durch den Einsatz digitaler Technologien könnten im deutschen Gesundheitswesen bis zu 34 Milliarden Euro jährlich eingespart werden. Dies entspricht rund 12 Prozent der gesamten jährlichen Gesundheits- und Versorgungskosten von zuletzt 290 Milliarden Euro. Das größte Nutzenpotenzial bieten dabei die elektronische Patientenakte und elektronische Rezepte sowie webbasierte Interaktionen zwischen Arzt und Patient. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie von McKinsey mit dem Titel „Digitalisierung im Gesundheitswesen: die Chancen für Deutschland“.

Für die Studie wurden in mehr als 500 internationalen Forschungsdokumenten das Verbesserungspotenzial von 26 digitalen Gesundheitstechnologien analysiert und in Experteninterviews überprüft. Sechs Lösungskategorien mit unterschiedlichem Einsparpotenzial wurden identifiziert:

  1. 9 Milliarden Euro durch die Umstellung auf papierlose Datenverarbeitung
  2. 8,9 Milliarden Euro durch Online-Interaktionen wie Teleberatung
  3. 6,1 Milliarden Euro durch die Automatisierung von Arbeitsabläufen, wie etwa die mobile Vernetzung von Pflegepersonal oder die auf Barcodes basierte Verabreichung von Medikamenten
  4. 5,6 Milliarden Euro durch auf Datentransparenz basierende Entscheidungsunterstützung, etwa bei Einsatz von Software, um Doppeluntersuchungen von Patienten zu vermeiden
  5. 3,8 Milliarden Euro durch Patientenselbstbehandlung, zum Beispiel mit Gesundheits-Apps oder digitalen Diagnosetools
  6. 0,5 Milliarden Euro durch Patienten-Self-Service, etwa Onlineportale zur Terminvereinbarung

„Das Potenzial von 34 Mrd. Euro setzt sich einerseits aus Effizienzsteigerungen, andererseits aus Reduzierung unnötiger Nachfrage zusammen“, erläutert McKinsey-Partner Stefan Biesdorf die Studienergebnisse. Die geringere Nachfrage ergebe sich, wenn beispielsweise Doppeluntersuchungen vermieden, unnötige Krankenhauseinweisungen verhindert und durch bessere Qualität der Folgebehandlungen minimiert würden. Die größte Einsparung verspricht die Umstellung auf eine einheitliche elektronische Gesundheitsakte, die allein 6,4 Milliarden Euro brächte. Diese Lösung kann schnellere, reibungslosere Abläufe ermöglichen, indem sie beispielsweise den Verwaltungsaufwand und die Anzahl von Tests reduziert.

Die Studie zeigt auch, wer von der Digitalisierung im Gesundheitswesen am meisten profitiert: 70 Prozent des erreichbaren Nutzens kommen bei den Leistungserbringern zugute, also vor allem Ärzten und Krankenhäusern. 30 Prozent landen bei den Krankenversicherungen. Digitale Lösungen senken aber nicht nur Kosten, sie können auch Probleme entschärfen. Teleberatungen beispielsweise werden der Studie zufolge den Personalmangel insbesondere in ländlichen Regionen abmildern. Außerdem haben sie ein Nutzenpotenzial von bis zu 4,4 Milliarden Euro.

Die Publikation finden Sie hier.

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