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News 14.09.2018

Projekt Cyberrüsten 4.0 steigert Rüstprozesse um 50 Prozent

Siegener Forschungsprojekt vermittelt Erfahrungswissen der Maschinenbediener über Datenbrille

Eine intelligente Brille zeigt mit einer Art Hologramm Schritt für Schritt an, was zu tun ist: Von der Wahl des Werkzeugs bis zum richtigen Einsatz. Auch unverständliche Bedienungsanleitungen gehören der Vergangenheit an. Mit den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Cyberrüsten 4.0“ der Universität Siegen werden Maschinenbediener in der Industrie unterstützt und Wissen von erfahrenen Mitarbeitern weitergegeben. Die Dauer eines Rüstprozesses kann so um bis zu 50 Prozent verkürzt werden.

Die Wissenschaftler wollten Wege finden, wie die Expertise nahtlos an jüngere Kollegen weitergegeben werden kann und wie dies mit Methoden der oftmals noch abstrakten Industrie 4.0 realisierbar ist. Im mit EU-Mitteln geförderten Projekt standen Biegeprozesse im Mittelpunkt. Das System lässt sich aber auch auf andere Branchen wie etwa Kunststoff oder Zerspanung übertragen. Die Entwicklungen wurden bereits diversen Unternehmen aus der Region vorgestellt und positiv aufgenommen.

Bevor die Maschine das Rohr den Wünschen des Bedieners entsprechend biegen kann, muss sie gerüstet, das heißt mit Werkzeugen bestückt werden. Der Maschinenbediener nutzt dafür die Mixed-Reality-Brille HoloLens. Blickt er auf die reale Maschine, erscheint dort eine virtuelle Nachbildung. Über die Brille wird nun jeder Arbeitsschritt nach und nach eingeblendet. Zudem können per Fingerzeig Videos abgespielt werden, die den Vorgang erläutern. Durch diese Anweisungen könnten zum Beispiel auch unerfahrenere Mitarbeiter problemlos Maschinen rüsten.

Im zweiten Schritt geht es um die Feinjustierung. Bei dem von den Forschern angewendeten „Rotationszugbiegen“ müssen sieben verschiedene Achsen eingestellt werden. Um ein perfektes Ergebnis zu bekommen, ist entweder viel Erfahrung erforderlich, oder ein langes Tüfteln an den Einstellungen. Die Voreinstellung wurde über mehrere Wochen durch Interviews mit erfahrenen Mitarbeitern entwickelt. Aber das Programm ist auch lernfähig: Produziert der Maschinenbediener ein Rohr mit Falten, erhält er aufgrund der Erfahrungen bei ähnlichen Problemen Vorschläge, die die Fehler beheben könnten. Es wird überprüft, welche Einstellungen bei welchen Problemen zum Erfolg geführt haben.

Prof. Engel hofft, dass den Unternehmen mit dieser Entwicklung auch ein wenig die Angst vor dem Begriff Industrie 4.0 genommen werden kann. „Wir wollen nicht den Menschen durch Maschinen ersetzen, sondern Prozesse mit den Menschen weiterentwickeln.“ 

Weitere Informationen finden Sie hier.

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