Direkt zum Inhalt
Kontakt
Teilen

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

News 08.08.2018

3D-Druck als Chance für umweltfreundliche Produktion?

UBA-Studie zeigt Chancen und Herausforderungen additiver Fertigung

Zahnbrücken, Autokarosserien, Bau- und Ersatzteile für Häuser, Flugzeuge und Maschinen: Mit dem 3D-Druckverfahren lässt sich so gut wie alles produzieren. Die Technologie erobert immer mehr Industriezweige – und läutet womöglich sogar ein neues Produktionszeitalter ein. Die von adelphi und dem Institut für Innovation und Technik für das Umweltbundesamt verfasste Studie „Die Zukunft im Blick: 3D-Druck“ beschäftigt sich intensiv mit den umweltbezogenen Chancen und Herausforderungen der Technologie.

Einerseits belastet auch 3D-Druck die Umwelt: Besonders muss der oft hohe Energieverbrauch von Verfahren der additiven Fertigung im Vergleich zu klassischen Produktionsverfahren in Betracht gezogen werden. Auch bei der Rohstoffgewinnung für die Druckmaterialien werden Naturräume und Gewässer belastet. Zusätzlich werden bei der Fertigung auch Schadstoffe wie Feinstaub, flüchtige organische Verbindungen oder Nanopartikel freigesetzt, die in Fabrikhallen und auch beim Schreibtischeinsatz Gesundheitsrisiken für die Anwender darstellen.

Andererseits kann die Umwelt durch rohstoffeffizientere Verfahren aber auch entlastet werden: Gerade bei der Produktion sehr individueller Formen – wie etwa Prothesen – können erhebliche Mengen an Material eingespart werden. Im 3D-Druck lassen sich zudem besonders komplexe Leichtbaustrukturen realisieren, wodurch das geringere Gewicht von Fahrzeug- oder Flugzeugteilen weniger Kraftstoff verbraucht und somit werden weniger Treibhausgase ausgestoßen werden können. Durch die unkomplizierte Herstellung von Ersatzteilen ermöglicht oder beschleunigt der 3D-Druck zudem Reparaturen, die das Leben von Werkzeugen oder Produkten verlängern. Im privaten Bereich ermöglicht der 3D-Druck neue Recyclingkonzepte, vor allem bei Kunststoffen. So kann Kunststoffabfall verwendet werden, um neue Druckmaterialien herzustellen.

Walter Kahlenborn, Geschäftsführer von adelphi, erläutert: „Neben der Betrachtung aktueller Chancen und Risiken muss es auch darum gehen, den Blick weit in die Zukunft zu richten. Durch die additive Fertigung werden potenziell beliebige Akteure zu Produzenten und die Produktion kann relativ standortunabhängig erfolgen. Diese Veränderungen gilt es auch aus umweltpolitischer Sicht in den Blick zu nehmen, um unter veränderten Produktionsverhältnissen die Produktverantwortung weiter sicherzustellen und gleichzeitig die vielen Chancen zu nutzen, die sich aus der neuen Designfreiheit ergeben, wie beispielsweise Umweltentlastungen bei der Anwendung additiver Fertigung in Kombination mit Bionik.“

Als Fazit erläutert Stephan Richter vom Institut für Innovation und Technik: „Die Ökobilanz 3D-gedruckter Objekte ist verfahrensabhängig und wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Insbesondere durch die Möglichkeit, ein struktur- bzw. funktionsoptimiertes Design umzusetzen, ergeben sich Ressourceneinsparungen in der Lebensphase der gedruckten Objekte. Wenn die Potenziale des 3D-Drucks optimal genutzt würden, könnte dieser bei der Transformation des bisherigen Wirtschaftssystems hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft (im engl. circular economy) eine wichtige Rolle spielen.“

Die vollständige Publikation finden Sie hier.

Bleiben Sie informiert über die Vielfalt der digitalen Transformation in NRW.

Jetzt Wissensvorsprung sichern