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News 01.06.2018

Informatikexperten: Unterschiede bei Ausbildungszahlen in den Bundesländer

Zahl der Studienanfänger in Informatik steigt - Anteil an wissenschaftlichem Personal sinkt

Die Informatik als neue Universalwissenschaft hat eine immer größere Bedeutung für unser Leben. Sie durchdringt mit ihren Systemen und Produkten alle Gesellschaftsbereiche, steuert Organisationen sowie Maschinen und wird in nahezu allen technischen Produkten eingesetzt. Um die damit einhergehenden Herausforderungen zu bewältigen, benötigt Deutschland gut ausgebildete Informatikexperten. Während in 2016 knapp acht Prozent der Studierenden Informatiker sind, sind es beim wissenschaftlichen Personal lediglich vier Prozent – Tendenz fallend.

Die entsprechende Ausbildung an den deutschen Hochschulen beleuchtet der Ländercheck Informatik des Stifterverbands und der Heinz-Nixdorf-Stiftung. In den letzten fünf Jahren haben sich knapp 20 Prozent mehr Studienanfänger für ein Informatik-Studium entschieden – im Wintersemester 2016/17 waren es insgesamt 33.443 zusätzliche Informatikstudenten. Demnach sind mittlerweile 7,7 Prozent aller Studienanfänger der Informatik zuzuordnen – 2011 waren es noch 6,3 Prozent. 

Bundesweit ist das Informatik-Studium nach wie vor männerdominiert. Hier hat sich das Bild in den letzten Jahren kaum verändert: Zwar ist der Frauenanteil sei 2011 in fast allen Bundesländern gestiegen, aber trotz der vielen Initiativen und Programme in Hochschulen sind nur 20 Prozent der Informatik-Studierenden weiblich. Dagegen ist der Anteil international Studierender in den Informatik-Hörsälen überdurchschnittlich hoch.

Die Ausbildung von IT-Experten stellt sich zwischen den Bundesländern ganz unterschiedlich dar: So ist beispielsweise in Schleswig-Holstein mehr als jeder zehnte Studienanfänger im Wintersemester 2016/2017 ein Informatiker, währenddessen es in Hamburg nicht einmal jeder fünfundzwanzigste ist.

Nordrhein-Westfalen steigerte ebenfalls die Zahl der Studienanfänger von 6,3 Prozent in 2011 auf 7,7 Prozent in 2016 und gehört somit zur Mittelgruppe. Auch in den anderen, erhobenen Statistiken landet NRW meist auf einem der mittleren Plätze. Sachsen und Saarland sind die Gewinner des Ländervergleichs, denn sie haben in den letzten Jahren am meisten dafür getan, um der starken Nachfrage nach Fachkräften nachzukommen und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Beide Bundesländer haben das Bildungsangebot erheblich ausgebaut und die Zahl der Studierenden und Absolventen erhöht.

Es sinke jedoch der Anteil, den die Informatik am wissenschaftlichen Personal ausmache, von vier Prozent in 2011 auf 3,8 in 2016. Auch die Anzahl der Professuren im Bereich Informatik stagniere seit fünf Jahren: lediglich jede zwanzigste Professur sei in der Informatik angesiedelt.

Hierzu äußerte sich Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik: „Die Informatik ist die gestaltende Kraft des digitalen Fortschritts. Leider wird die personelle Ausstattung an den Hochschulen der steigenden Bedeutung des Faches, der steigenden Nachfrage bei den Studierenden und dem hohen Bedarf an Informatikerinnen und Informatikern auf dem Arbeitsmarkt bei Weitem nicht gerecht. Wir fordern eine Informatik-Offensive an den deutschen Hochschulen: Die Kultusministerien in den Ländern müssen neue Informatik-Lehrstühle in substantieller Größenordnung schaffen, um der steigenden Bedeutung des Fachs gerecht zu werden und den Bedarf der Studierenden und des Arbeitsmarkts zu decken. Nur so kann die Qualität in der Ausbildung und die Zahl der künftigen Gestalterinnen und Gestalter des digitalen Wandels gesteigert werden.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

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