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News 04.05.2018

Breitbandmessung: Desktop-App für Verbraucher

Bundesnetzagentur veröffentlicht Software zur Überprüfung vertraglicher Leistungen

Die Bundesnetzagentur hat eine installierbare Version ihres Tools zur Breitbandmessung veröffentlicht. Nun kann auf einfache Art eine Mindestanzahl von Einzelmessungen durchgeführt und in einem Protokoll festgehalten werden. Die Testergebnisse können von Verbrauchern zum Nachweis nicht vertragskonformer Leistungen gegenüber ihrem Anbieter genutzt werden.

"Die Desktop-App ermöglicht die Überprüfung der vertraglich vereinbarten Download-Datenübertragungsraten im Festnetz. Die Messergebnisse sollen Verbrauchern bei der Argumentation gegenüber ihrem TK-Anbieter helfen", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. 

Die Messungen sind manuell durchzuführen. Dies ermöglicht ein deutliches Mehr an Kontrolle über die Messumgebung und damit eine höhere Rechtssicherheit. Bei automatisierten Messungen können ungewollte parallele Datenverkehre auftreten, z. B. durch paralleles Streaming von Filmen, die einen negativen Einfluss auf die Messungen haben können.

Nach den europarechtlichen Regelungen gilt bei Breitbandanschlüssen im Festnetz jede erhebliche, kontinuierliche oder regelmäßig wiederkehrende Abweichung bei der Geschwindigkeit oder bei anderen Dienstqualitätsparametern zwischen der tatsächlichen und der angegebenen Leistung als nicht vertragskonform. Das liegt laut der Bundesnetzagentur vor, wenn eines dieser drei Kriterien zutrifft:

  • An mindestens zwei Messtagen nicht jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit erreicht werden
  • Die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird
  • Die vertraglich vereinbarte Mindestgeschwindigkeit an mindestens zwei Messtagen jeweils unterschritten wird

Störende Einflüsse der Endkundenmessumgebung werden soweit möglich technisch ausgeschlossen – etwa Messungen mittels WLAN am Endgerät – und Nutzer werden deutlich auf mögliche Fehlerquellen hingewiesen.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, äußert sich positiv dazu: „Die Desktop-App ist ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Interessen der Verbraucher und der TK-Branche. Mit der App ist es möglich, innerhalb kurzer Zeit die erforderlichen Messungen durchzuführen und mit belastbaren Ergebnissen auf ihren Anbieter zuzugehen.“

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sieht jedoch noch Verbesserungsbedarf: „Dass das Messtool jedoch nicht automatisiert, sondern nur manuell laufen kann, macht es nicht sehr nutzerfreundlich. Ein weiterer Knackpunkt: Wenn Verbraucher eine Minderleistung feststellen, folgt daraus erst einmal nichts. Verbraucher können ihren Tarif nicht einfach mindern, wechseln oder kündigen, wenn der Anbieter sich nicht an den Vertrag hält. Hier ist der Gesetzgeber gefragt.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

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