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News 11.04.2018

Smarter Gehörschutz verbessert Gesundheit, Kommunikation und Produktivität

Gründungsprojekt der FH Bielefeld erhält Förderung und sucht Partner

Lärmbelästigung ist allgegenwärtig: Der Mensch ist im Alltag und vor allem im industriellen Umfeld dauerhaft einer großen Flut von akustischen Eindrücken ausgesetzt. Schätzungen beziffern den entstehenden volkswirtschaftlichen Schaden auf jährlich 2,6 Milliarden Euro. Im Projekt HEA²R – Headset for Augmented Auditive Reality – an der FH Bielefeld wird ein ganz neuer Gehörschutz mit zahlreichen Sonderfunktionen entwickelt, der Mitarbeiter etwa im produzierenden Gewerbe bestmöglich schützen und gleichzeitig Arbeitsabläufe erleichtern soll.

Der neue Gehörschutz zeichnet sich durch drei wesentliche Merkmale aus. Der so genannte hybride Gehörschutz erweitert den industrieüblichen, passiven Gehörschutz um eine neuartige aktive Gehörschutzlösung und setze damit, so Projektleiter der FH Bielefeld Lehmann, „neue Standards bei der Unterdrückung von Lärm“. Dies führt zur Entlastung des Nutzers und bietet dauerhaften Schutz vor akustischer und mentaler Überbelastung.

Als zweiten wichtigen Punkt nennt Lehmann die integrierte Kommunikationslösung. Sie ermöglicht Mitarbeitern auch an Lärmarbeitsplätzen eine natürliche Sprachkommunikation. "Der Gehörschutz muss nicht mehr abgenommen werden, um sich mit Kollegen zu verständigen.“

Durch intelligente Vernetzung im Kontext von Industrie 4.0 ermöglicht der Gehörschutz weitere Assistenzfunktionen, beispielsweise für Produktion und Logistik. Lehmann: „Dies ermöglicht vielfältige und auf den Kundenbedarf zugeschnittene Anwendungen, wodurch HEA²R nachhaltig die Produktivität in Unternehmen steigert.“

Projektleiter Tobias Lehmann zum weiteren Ablauf: „Innerhalb der 18-monatigen Projektlaufzeit wird ein funktionaler Prototyp entstehen, der in Partnerunternehmen getestet werden soll. Hierfür sucht das Projektteam aktuell noch weitere Firmen, die sich eine Nutzung des Systems vorstellen können und Interesse an einer Einbindung in das Projekt haben.“ Im Anschluss an die Projektphase soll die Unternehmensgründung aus der Hochschule erfolgen.

Das Gründungsprojekt HEA²R wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds im Rahmen des Förderprogramms „EXIST Forschungstransfer“ mit insgesamt rund 627.000 Euro gefördert.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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