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News 11.09.2017

Automobilbranche: Blockchain-Technologie noch weitestgehend unbeachtet

Laut Bitkom-Umfrage kennen nur 34 Prozent Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen

Einer der wichtigsten Tech-Trends ist in der deutschen Automobilindustrie weitgehend unbekannt. Gerade einmal ein Drittel der Automobilhersteller und -zulieferer (34 Prozent) hat bislang von der Blockchain als Technologie für den Unternehmenseinsatz gehört. Zum Vergleich: Bei Big Data (96 Prozent), 3D-Druck (92 Prozent) oder Internet of Things (73 Prozent) liegen die Anteile deutlich darüber. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 177 Vorständen und Geschäftsführern von Unternehmen der Automobilindustrie mit 20 und mehr Mitarbeitern in Deutschland.

Bitkom-Präsident Achim Berg: „Gerade im Verkehrssektor gibt es faszinierende Einsatzszenarien. Viele der aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie können mit Blockchain leichter bewältigt werden. Jedes Unternehmen sollte ‚digital first’ denken und handeln. Die Entscheidungsträger in der Automobilindustrie sollten die Chancen der Blockchain-Technologie für ihre jeweiligen Unternehmen ausloten.“

Aktuell wird die Blockchain-Technologie häufig auf ihren Einsatz bei sogenannten Kryptowährungen wie Bitcoin reduziert. Der dezentrale Ansatz der Blockchain-Technologie ermöglicht aber Transaktionen ohne zentrale Vertrauensinstanz in vielen anderen Bereichen. Mit Blockchain lässt sich der Parkraum in Innenstädten bewirtschaften, Fahrzeugflotten verwalten und das Elektrofahrzeug bezahlt autonom den Strom mit der eignen digitalen Brieftasche. In der Produktion von Fahrzeugen macht Blockchain-Technologie im Zusammenspiel mit KI-Lösungen genauere Fehleranalysen möglich. Im Service lassen sich Schäden oder Materialermüdung festhalten, es kann punktgenau vorausschauend gewartet und eine Unfallhistorie nachgehalten werden.

Die Automobilunternehmen, die bereits von der Blockchain gehört haben, sehen die größten Anwendungschancen in der Logistik und Warenwirtschaft (62 Prozent) und in der Produktion (61 Prozent). Dahinter folgen Forschung und Entwicklung (50 Prozent), Einkauf (29 Prozent) und die Personalabteilung (26 Prozent).

Größter Hinderungsgrund für eine Einführung im eigenen Unternehmen sind die Kosten (60 Prozent), die unklare rechtliche Situation (43 Prozent), etwa beim Datenschutz, sowie das fehlende Know-how im Unternehmen (29 Prozent). Gut jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) sieht bislang auch keine Notwendigkeit, die Technik zu nutzen. 8 Prozent gehen davon aus, dass die Blockchain ihnen keinen Mehrwert liefern werde.

Nach Ansicht des Digitalverbands sollte die nächste Bundesregierung dafür sorgen, dass sich Deutschland weltweit führend in der Blockchain-Technologie positioniert. Dazu gehört die Aufnahme von Blockchain-Projekten in geeignete Förderprogramme und die Etablierung von entsprechenden Bildungs- und Weiterbildungsangeboten ebenso wie ein aktives Vorangehen der öffentlichen Verwaltung, die Blockchain-Technologien einsetzen und ausprobieren sollte. Unternehmen und Verbraucher benötigen zudem Rechtssicherheit, wenn sie Blockchain-Technologien nutzen wollen. In der kommenden Legislaturperiode muss daher ein geeigneter Rechtsrahmen geschaffen werden. „Blockchain ist eine der wichtigsten Basistechnologien des Digitalzeitalters“, so Berg. „Wer hier bei der Entwicklung vorne mit dabei ist, kann sich enorme Wettbewerbsvorteile verschaffen.“

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