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News 01.08.2017

Digitale Vorteile und Möglichkeiten im Alter

Internet ist Gewinn für Mobilität und Kontaktpflege sowie Beschäftigung durch Online-Spiele

Die Stiftung Digitale Chancen und Telefónica Deutschland haben kürzlich die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie zur Internetnutzung im Alter vorgestellt. Diese sollte herausfinden, inwieweit ältere Menschen digitale Medien nutzen, welche Vorteile dies für sie haben kann und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit mehr Senioren den Schritt in die digitale Welt wagen.

Im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung nutzen nach wie vor deutlich weniger ältere Menschen das Internet als jüngere. Bei den über 70-Jährigen liegt der Anteil der Offliner bei rund 65 Prozent, wie der (N)Onliner Atlas 2016 belegt.

„Eine alternde Gesellschaft kann es sich nicht leisten, dass ein Großteil der über 70-Jährigen nicht im Internet ist“, erklärt Jutta Croll, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Digitale Chancen. „Die Studie zeigt auf, was man noch besser machen kann, um dem entgegenzuwirken.“

Die Gründe, die ältere Menschen für die Nichtnutzung nennen, basieren oft nicht auf eigener Erfahrung, sondern sie beruhen vielfach auf Vorurteilen. Da Medien Erfahrungsgüter sind, kann man ihren Nutzen erst erkennen, wenn man sie genutzt hat. Genau hier setzt die Studie an: Von Juli 2016 bis Mai 2017 haben an 30 Standorten vermittelt durch Senioren-Einrichtungen jeweils zwischen 10 und 15 ältere Menschen einen Tablet-PC mit SIM-Karte für acht Wochen ausgeliehen und mit Unterstützung durch ein wöchentliches Begleitprogramm ausprobiert, welche Vorteile sie durch die Nutzung des Internet haben.

58 Prozente der Befragten stimmten anschließend der Aussage zu „Durch das mobile Internet kann ich mich in neuen Umgebungen schneller zurechtfinden“ und 53 Prozent haben auch die Navigationsfunktion des Tablet-PCs genutzt. Aber obwohl 83 Prozent angeben „Das Internet erspart viel Lauferei“ und 69 Prozent „Das Internet ermöglicht es mir, im Alter länger selbstständig zu bleiben“, haben nur 24 Prozent in den acht Wochen mit dem geliehenen Tablet oder einem anderen Gerät die Möglichkeit des Online-Einkaufs genutzt. Dieser Befund ist deswegen besonders bemerkenswert, weil häufig betont wird, wie sehr das Internet älteren Menschen dabei helfen kann, ihren Alltag länger selbstständig zu bewältigen. Nun zeigen die Studienergebnisse, dass gerade beim Online-Einkauf, der das konkret ermöglicht, offensichtlich große Vorbehalte bestehen. Dafür spricht auch, dass Sicherheitsbedenken und die Angst vor einem finanziellen Schaden von mehr als der Hälfte der Befragten als eine Barriere für die Nutzung des Internets genannt werden.

Basierend auf ihren Erkenntnissen haben die Autoren der Studie auch konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Digitale Kompetenz muss ergänzt werden durch Selbstvertrauen aus guter Begleitung und Unterstützung im Umgang mit dem Internet. Angebote zur digitalen Weiterbildung müssen die Erwartungen der Senioren berücksichtigen und sich ganz konkret an deren Lebenswirklichkeit orientieren. Leicht erreichbare Sprechstunden, orientiert an den Bedürfnissen von Senioren, die sie auf ihrem Weg in die digitale Welt unterstützen, sind eine sinnvolle Ergänzung zu Kursen und anderen Weiterbildungsangeboten.

Das Heranführen von Senioren an die Möglichkeiten internetfähiger Geräte ist gegenwärtig von hohem Interesse für Forschung und Wirtschaft. Beispielsweise hat das Projekt RIN Mobilität und Alter zum Ziel, nachfragegerechte, passfähige Mobilitätsangebote mit einem speziellen Blick auf die Zielgruppe älter werdender Menschen zu entwickeln. Wie in der hier dargestellten Studie der Stiftung Digitale Chancen hat sich auch die Studie der Berteilsmann-Stiftung „Digitalisierung für mehr Optionen und Teilhabe im Alter“ mit der Thematik auseinandergesetzt und stellte die Bereitschaft von Senioren zur Nutzung verschiedener Technologien in den Vordergrund.

Weitere Informationen und eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier.

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