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News 21.06.2017

Ergebnisse der Ethik-Kommission zum autonomen Fahren

Expertengremium entwickelt Leitlinien zu Rahmenbedingungen des autonomen Fahrens

Die von Bundesminister Alexander Dobrindt eingesetzte Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren hat ihren Bericht vorgelegt. Das Experten-Gremium hat darin Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickelt.

Die Ethik-Kommission des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur setzt sich aus 14 Wissenschaftlern und Experten aus den Fachrichtungen Ethik, Recht und Technik zusammen. Dazu zählen unter anderem Verkehrsexperten, Rechtswissenschaftler, Informatiker, Ingenieure, Philosophen, Theologen, Verbraucherschutz-, Verbands- und Unternehmensvertreter. Für die Erarbeitung ihrer Empfehlungen haben die Mitglieder unter anderem auch selbst an Testfahrten autonomer Fahrzeuge teilgenommen.

Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht und Leiter des Gremiums, Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio stellt fest: „Die Ethik-Kommission Automatisiertes und Vernetztes Fahren hat für Politik und Gesetzgebung erste Leitlinien entwickelt, die eine Zulassung automatisierter Fahrsysteme erlauben, allerdings im Hinblick auf Sicherheit, menschliche Würde, persönliche Entscheidungsfreiheit und Datenautonomie besondere Anforderungen stellen.“

Insgesamt umfasst der Abschlussbericht der Ethik-Kommission 20 normative Thesen, von denen die wichtigsten vom Ministerium wie folgt zusammengefasst werden:

  • Das automatisierte und vernetzte Fahren ist ethisch geboten, wenn die Systeme weniger Unfälle verursachen als menschliche Fahrer (positive Risikobilanz).
  • Sachschaden geht vor Personenschaden: In Gefahrensituationen hat der Schutz menschlichen Lebens immer höchste Priorität.
  • Bei unausweichlichen Unfallsituationen ist jede Qualifizierung von Menschen nach persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, körperliche oder geistige Konstitution) unzulässig.
  • In jeder Fahrsituation muss klar geregelt und erkennbar sein, wer für die Fahraufgabe zuständig ist: Der Mensch oder der Computer.
  • Wer fährt, muss dokumentiert und gespeichert werden (u.a. zur Klärung möglicher Haftungsfragen).
  • Der Fahrer muss grundsätzlich selbst über Weitergabe und Verwendung seiner Fahrzeugdaten entscheiden können (Datensouveränität).

Gegenwärtig beschäftigt sich auch der Deutsche Ethikrat mit autonomen Systemen; dabei liegt der Fokus jedoch nicht nur auf Fahrzeugen. 

Den Bericht der Ethik-Kommission finden Sie hier.

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