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News 21.04.2017

Digitale Energiewende

Industrieunternehmen werden zu Stromlieferanten

In Deutschland könnten in den kommenden Jahren Tausende neue Stromproduzenten entstehen. Vier von zehn Industrieunternehmen (45 Prozent) können sich vorstellen, künftig selbst Strom zu erzeugen und an andere Unternehmen oder Privathaushalte zu verkaufen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 506 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die Industrieunternehmen erkennen die Chancen aus der Digitalisierung der Energieversorgung. Für die Unternehmen bieten sich völlig neue Einnahmequellen durch die Energiewende“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Vor allem größere Unternehmen sehen ein mögliches Geschäftsfeld. Unter den Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern können sich rund zwei Drittel (65 Prozent) vorstellen, selbst Strom zu produzieren und auf dem Strommarkt anzubieten.

Allerdings ist der Großteil der Industrie noch skeptisch. Zwar können sich nur 7 Prozent überhaupt nicht vorstellen, künftig selbst Strom zu produzieren. Aber 48 Prozent sagen, dass sie sich das eher nicht vorstellen können. Dagegen spricht aus Sicht dieser Unternehmen vor allem, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen (64 Prozent) oder die hohen Investitionskosten scheuen (41 Prozent). Daneben werden das Ertragspotenzial als zu gering eingeschätzt (24 Prozent) oder fehlende rechtliche Voraussetzungen beklagt (22 Prozent). Jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent), das sich eine eigene Stromproduktion nicht vorstellen kann, gibt als Grund fehlende Technologien zur einfachen Abrechnung an. „Unternehmen müssen nicht alles selbst machen. Die digitale Energiewende ist eine Chance für neue Dienstleistungen, gerade auch kleine und mittelständische Betriebe sollten dazu mit Spezialisten kooperieren“, sagt Rohleder. Industrieunternehmen können zum Beispiel Dritten die Dächer ihrer Produktionshallen vermieten, damit diese dort Solarstrom erzeugen und verkaufen.

Die Energiewirtschaft ist in vielerlei Hinsicht im Wandel: Der Ausbau ernerbauerer Energien führt zu verstärkt dezentraler Erzeugung mit mehr Einspeisern; der schwankende Charakter von Wind- und Solarenergie und auch ein erhöhter Bedarf, durch eine Vielzahl technischer Innovationen, stellen insgesamt erhöhte Anforderungen an ein stabiles Energieversorgungssystem. Technologien wie Cyber Physical Systems (CPS) spielen in diesem Umfeld eine wichtige Rolle, um Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von Energie langfristig stabil und kosteneffizient zu gestalten. Mehr zur Rolle von Cyber Physical Systems für eine smarte Energiewirtschaft finden Sie in unserer Knowledgebase.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Bitkom-Umfrage finden Sie hier.

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