Direkt zum Inhalt
Kontakt
Teilen

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

News 20.02.2019

Echte Emotionen erkennen in der virtuellen Realität

Siegener Forschungsprojekt ELISE erfasst und integriert individuelle Stimmungen virtuell

360-Grad-Bilder untermalt mit stimmungsvoller Musik. Anschließend ein kahler Raum, in dessen Mitte sich ein Kreis mit einem schwarzen Strich befindet, der sich per Knopfdruck um 90 Grad weiterdrehen lässt. Es folgt das Geschicklichkeitsspiel „Heißer Draht“, bei dem man eine Drahtöse über einen gebogenen Draht führen muss, ohne diesen zu berühren – während die Zeit abläuft und das Schwierigkeitsniveau ansteigt. Diese drei virtuellen Szenarien dauern jeweils etwa fünf Minuten und sollen Nutzer die Emotionen Freude, Langeweile und Frustration auslösen.

Ob das klappt und ob sich diese Gefühlsregungen auch in den Körperdaten erkennen lassen, wird innerhalb des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts ELISE an der Universität Siegen untersucht. ELISE steht für „Entwicklung eines interaktiven und emotionssensitiven Lernsystems zur Kompetenzentwicklung im Bereich des Geschäftsprozessmanagements“.

Forscher wollen mit Hilfe einer speziellen Sensormaske, die eigens für das Projekt am Lehrstuhl für Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf von Prof. Dr. Rainer Brück entwickelt wurde, individuelle Körperdaten wie etwa Hautleitfähigkeit, Temperatur, Augenbewegungen, Puls und Gehirnaktivität messen. Ein finaler Prototyp der Maske wurde in einer zweiwöchigen Emotionsstudie in VR-Umgebung mit rund 100 Teilnehmern getestet. Mithilfe der gewonnen Daten soll ein Algorithmus zur Mustererkennung von Emotionen in einer Virtual-Reality-Anwendung entwickelt werden.

Die Echtzeiterkennung der ausgelösten Emotionen kann genutzt werden, um VR-Lernsysteme individuell auf die NutzerInnen abzustimmen. In einer Beispielanwendung, die auch im ELISE-Projekt entwickelt wurde, durchlaufen Auszubildende den Arbeitsprozess einer Poststelle. Hierbei werden die einzelnen Arbeitsschritte wie Paketannahme, Frankierung und Einsortierung virtuell simuliert und erlernt. Durch die Emotionserkennung reagiert das System gezielt auf die Einzelperson. Wird durch den Einsatz der Sensoren Langeweile bei einer Person festgestellt, werden die Arbeitsschritte schneller durchlaufen und das Lernniveau wird gesteigert. Umgekehrt können Arbeitsschritte vereinfacht und wiederholt werden, bis bei der Person eine positive Stimmung erkennbar ist.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bleiben Sie informiert über die Vielfalt der digitalen Transformation in NRW.

Jetzt Wissensvorsprung sichern