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News 06.09.2016

Newcomer der Textilindustrie

CPS.HUB NRW und das ITA der RWTH Aachen diskutieren über Technologien und neue Geschäftsmodelle mit Smart Textiles

Wuppertal, 6. September 2016. Armbänder und Uhren mit Tracking-Funktionen sind derzeit der Renner unter den digitalen Gadgets. Doch haben Sie schon einmal Ihren Fernseher mit einem Kissen bedient oder mit einem Solar-T-Shirt Ihr Smartphone aufgeladen? Die Digitalisierung hält Einzug in die Textilindustrie und produziert einzigartige Materialien mit intelligenten Funktionen und Services. Wie Smart Textiles unseren Alltag und zahlreiche Branchen wie das Bauwesen oder die Medizin revolutionieren können, diskutierten am 31.08.2016 in Aachen über 30 Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft auf der gemeinsamen Veranstaltung von CPS.HUB NRW und dem ITA der RWTH Aachen.

„Technology meets Fashion“ lautete das Motto der ersten Referentin Pauline van Dongen vom gleichnamigen Modelabel Pauline van Dongen Innovations. Ob Schuhe aus dem 3D-Drucker, Solar-Textiles oder Illuminated Sportswear - die Designerin demonstrierte eindrucksvoll, dass Technology Wearables nicht nur funktional sind, sondern auch mit einem ästhetisch-futuristischen Design daherkommen: „Textile and Technology really have to blend in with each other and work together in order to make a product that people in every day life will actually benefit from“, so van Dongen.  

Doch Smart Textiles können weitaus mehr als Mode. Vom textilen Touchpad bis zur Herzklappe - Prof. Dr. Yves Gloy vom ITA Aachen verdeutlichte die zahlreichen Anwendungsfelder für intelligente Textilien. Auch Textilriesen wie Adidas setzen bereits auf die Vorteile der smarten Materialien und bringen erste Produkte zur individuellen Fitness- und Trainingsüberwachung auf den Markt. Um die enormen Potenziale intelligenter Textilien freizusetzen, bedarf es jedoch ganzheitlicher Produkt- und Servicekonzepte sowie skalierbarer Produktionstechnologien, resümierte Gloy. 

Sei es die Integration von elektronischen Komponenten, textilbasierten Sensoren oder die Verwendung von leitfähigen Garnen – bei der Frage welche Verfahren und Technologien Textilien zu Multifunktionsträgern werden lassen, eröffnet sich ein breites und interdisziplinäres Spektrum. Organic Electronics könnten sich zur Schlüsseltechnologie für Smart Textiles entwickeln, so Dr. Martin Busch von der Coatema GmbH vor. Die Rede ist von leitfähigen Komponenten, die Schicht für Schicht auf unterschiedliche Materialien gedruckt werden. Das Ergebnis sind beispielsweise enorm flexible und dünne Sensoren, Displays oder Leuchtfolien.

Wie Smart Textiles unseren Alltag gesünder gestalten können, zeigte das Start-up Physiosense aus Düsseldorf. Die Jungunternehmer entwickelten in den letzten Jahren eine intelligente Sitzauflage, die problemlos in den Arbeitsalltag eingebaut werden kann. Dank integrierter Sensorik können falsche Bewegungsabläufe erkannt und unmittelbar über die dazugehörige Physiosense-App korrigiert werden. Erkrankungen und Arbeitsausfälle, die durch falsches Sitzen bedingt werden, könnten so schon bald der Vergangenheit angehören. Ebenfalls zum Geschäftsmodell gehört die Einbindung von Gesundheits-Experten, die über eine Online-Plattform individuelle Betreuungsangebote und Webinare anbieten.  

Muss in Zukunft nun jeder Textilproduzent auf umfassende digitale Geschäftsmodelle wie das der Physiosense GbR setzen? Diese abschließende Frage warf Fabian Schreiber von der Gemini Business Solutions GmbH auf. Die Veranstaltung machte zumindest eines deutlich: Neue Konzepte mit intelligenten Textilien erfahren derzeit eine große Nachfrage aus den unterschiedlichsten Branchen und könnten sich zukünftig in vielen Bereichen unseres alltäglichen Lebens wiederfinden. Um das Markpotential von Smart Textiles jedoch langfristig nutzen zu können, müssen in interdisziplinärer Zusammenarbeit neue ganzheitliche Konzepte entwickelt werden, die es schaffen, den Kunden über den individuellen Nutzen zu begeistern und langfristig zu binden.

Die freigegebenen Präsentationen zu den Vorträgen der Veranstaltung stehen ab sofort hier für Sie zur Verfügung. Bei Fragen oder Interesse an unseren Netzwerk-Aktivitäten wenden Sie sich gerne an das CPS.HUB NRW-Team.

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