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Blog 08.12.2017

Ob wir jemals eine Gigabit-Gesellschaft werden?

von Lena Weigelin

Liest man die Nachrichten zum Thema Breitband dieser Tage, entsteht ein eher ernüchternder Eindruck in dieser Frage.

Von „Glasfaserausbau am Limit“ ist zu lesen, unter anderem wegen praktischer Probleme aufgrund zu weniger Unternehmen, die die Verlegung von Glasfasern realisieren können. Der Blick auf die Entwicklung des Ausbaus im zurückliegenden Jahr ist ebenfalls unerfreulich: „Breitband in Deutschland: Und wieder ein Jahr Stillstand“ – die Anzahl der Anschlüsse mit über 50 Mbit/s ist laut Tätigkeitsbericht 2016/2017 der Bundesnetzagentur bis Mitte 2017 nur um 1,4 Prozentpunkte auf jetzt 75,5 Prozent gestiegen. Und nach wie vor sind es die ländlichen Regionen, die am schlechtesten versorgt sind – in Nordrhein-Westfalen haben zwar über 83 Prozent der Anschlüsse eine Geschwindigkeit von über 50 Mbit/s, aber eben auch noch knapp 13 Prozent max. 30 Mbit/s und gut 7 Prozent max. 16 Mbit/s.

Beim Breitbandforum am 6.12. in Köln waren sich die Experten verschiedener Telekommunikationsunternehmen und Verbände dann auch erstaunlich einig darin, dass die aktuell verfügbaren Geschwindigkeiten ausreichend sind, da kein weiteres exponentielles Wachstum in unserem Nutzungsverhalten zu erwarten sei. Resignation aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen? Oder Taktik, um politische Entscheider stärker in die Pflicht zu nehmen? Dazu passt allerdings die Aussage einiger der anwesenden Experten nicht, dass man im Augenblick eher weniger Fördermittel brauche – da man nicht weiß, wie man sie einsetzen soll, weil kaum noch Unternehmen bereit stünden, um den Ausbau vorzunehmen.

Wie dem auch sei: Aus Sicht von Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, der ebenfalls Gast des Breitbandforums war, muss die Zielsetzung Gigabit lauten. Die Gigabit-Strategie des Landes NRW sieht vor, dass bis 2025 flächendeckende Gigabit-Anschlussnetze zur Verfügung stehen. Dazu soll auch über einfachere Verlegetechnik nachgedacht werden – denn rein theoretisch muss die Glasfaser nicht immer sehr aufwändig tief im Boden verlegt werden, sondern kann z. B. auch überirdisch verlaufen oder wie beim Micro-Trenching in nur geringer Tiefe verlegt werden. In Asien zum Beispiel wird das praktiziert.

Die vorab veröffentlichten Ergebnisse einer Studie, die im Januar 2018 veröffentlicht wird, unterstützt jedenfalls die These, dass es höchste Zeit ist, zu einer flächendeckenden UND schnelleren Versorgung zu kommen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Unternehmen mit einer guten Breitbandanbindung erfolgreicher am Markt agieren. Insbesondere die sich konkretisierenden Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 führen dazu, dass ein Glasfaseranschluss ein wesentlicher Standortfaktor ist.

Telekom-Chef Tim Höttges hat diese Woche verkündet, dass sein Unternehmen auf der Suche nach Partnern sei, um in einer so genannten „Koalition der Willigen“ die bestehende Regulierung für den Glasfasermarkt zu kippen und gemeinsam mit regionalen Akteuren den Glasfaserausbau voran zu treiben. Vielleicht ist das ja ein gangbarer Weg, um das Ziel der Gigabit-Versorgung zu erreichen. Wir vom CPS.HUB NRW werden dieses Thema jedenfalls weiterhin im Blick behalten und Sie informieren. Und uns natürlich auch damit auseinandersetzen, welche Rolle andere Technologien, wie z. B. 5G in diesem Zusammenhang spielen können. Möchten Sie mitmachen? Dann melden Sie sich doch oder werden Sie direkt Mitglied der Fachgruppe Kommunikationsnetze.

Herzliche Grüße

Lena Weigelin

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