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Blog 29.10.2018

NRW will führendes Bundesland für digitale Innovation werden

von Martina Schneider

NRW hat sich in Sachen Digitalisierung etwas vorgenommen! Nämlich zum führenden Bundesland für digitale Innovation zu werden. So lautet eines der formulierten Ziele des im Juli vorgelegten Digitalstrategie-Entwurfs für NRW. Auf der Digitalkonferenz vergangenen Freitag konnten Interessierte über die Strategie mitdiskutieren – 500 sind gekommen.

Die Konferenz war der Abschluss eines umfangreichen Beteiligungsprozesses, der im Juli durch die Landesregierung angestoßen wurde: Sie legte einen Entwurf der Digitalstrategie.NRW vor und lud Experten, Stakeholder und Bürger in NRW über ein Online-Portal dazu ein, ihn zu bewerten, Anregungen und Vorschläge zu unterbreiten – und mitzumachen – privat, beruflich, als Verband oder Organisation. Zusätzlich zur Beteiligungsoption bestand am 26.10. die Möglichkeit, an der Digitalkonferenz.NRW teilzunehmen.

Eröffnet wurde sie durch Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. In seinem Vortrag hob er die Zielrichtung des Landes noch einmal hervor: „NRW soll der innovativste und umweltfreundlichste Industriestandort in Deutschland werden.“ Dabei stellte er heraus, dass noch einige Hürden zu nehmen sind. Neben den Herausforderungen der Digitalisierung z. B. im Bildungsbereich, des Gigabit-Ausbaus oder in Sachen Mobilität erläuterte er, dass gerade im Innovations- und Forschungsbereich noch ein großes Problem liegt. 

NRW habe kein „Verständnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“, äußerte Minister Pinkwart mit Blick auf die einerseits hervorragende Forschungslandschaft in NRW – die in vielen Bereichen zur weltweiten Spitzenforschung zählt. Im Vergleich zu Ländern wie z. B. China wird andererseits das Umsetzungsproblem deutlich, Wissen in innovative Produkte zu überführen. 

Auch die nachfolgende – in ihrem Vortrag wunderbar erfrischende – Keynote Sprecherin, Dr. Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung, hatte u. a. die Forschungslandschaft im Visier. In ihrem Vortrag: „Wie gelingt Digitalisierung?“ forderte die promovierte Neuroinformatikerin zunächst, dass der Wert von Daten erkannt und das „Öffnen von Datenschätzen“ vorangetrieben wird, da Daten eine besondere Ressource darstellen, die sich nicht abnutzt oder verbraucht. Mit Blick auf die Zukunft regte sie an, Lösungen dafür zu finden, wie in Zukunft mit disruptiven Entwicklungen umgegangen werden soll. Sie räumte ein, dass es darauf nicht sofort eine Antwort geben kann, schlug aber vor, z. B. über eine andere Form der Technologieforschung nachzudenken. „Wir müssen auch mal in Forschungsprojekten scheitern dürfen, um weiter zu kommen“, ohne das Landesrechnungshöfe hierzu quer liegen. 

Die Umsetzung von Innnovationen aus dem Forschungsbereich in die Wirtschaft wurde u. a. auch nachmittags behandelt. An dem Thementisch: „Transfer Wirtschaft – Wissenschaft“ gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie der Transfer besser gelingen kann. Ein wichtiger Impuls der Teilnehmer aus verschiedenen Transferstellen von Hochschulen sowie Unternehmervertreter bezog sich auf eine fehlende Transferkultur, deren Entwicklung zur Verbesserung des Transfers beitragen kann. Vor dem Hintergrund der vielen gesellschaftlichen Themen, die im Zusammenhang mit Zukunftstechnologien anstehen, wurde diskutiert, mehr Anreize für einen zielgerichteten Transfer Wissenschaft-Wirtschaft zu schaffen. Außerdem bräuchte es mehr Experimentierräume, in denen Forscher mit KMUs zusammen kommen können. 

Nun, was bleibt festzuhalten? In Sachen Wissenstransfer haben wir noch einige Hausaufgaben zu erledigen, wenn NRW als "Land der Wissensriesen und Umsetzungszwerge" führend in Sachen digitaler Innovationen werden will. Bezüglich des gesamten Strategie-Beteiligungsprozesses hoffe ich, das in Zukunft noch häufiger Meinungen, gute Ideen und Anregungen von allen Akteuren gefragt sind.

Herzliche Grüße
Martina Schneider

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