Direkt zum Inhalt
Kontakt
Teilen

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Blog 20.10.2018

5G: Hochleistungs-Mobilfunkinfrastruktur für das 21. Jhd.

von Henning Horn

Sind Sie mit der Surf-Geschwindigkeit Ihres Mobilfunkgeräts zufrieden? Insofern Sie schon mit LTE, also der vierten Mobilfunkgeneration (4G) surfen, sollten bei den allermeisten mobilen Anwendungen keinerlei Probleme aufkommen.

Die LTE-Netzabdeckung ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Auch ist sie bei weitem noch nicht in ganz Nordrhein-Westfalen verfügbar. Jeder LTE-Nutzer merkt es sofort an seiner Surf-Geschwindigkeit, wenn man den Abdeckungsbereich einer modernen 4G-Funkzelle verlässt und nunmehr auf die Vorgängergeneration 3G angewiesen ist. In solchen Momenten kommt schnell die Frage auf, wieso denn der Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration 5G jetzt schon so immens wichtig sein soll. Überall LTE wäre doch für den Normalnutzer bei weitem ausreichend. Bevor Milliardenbeträge in den Ausbau der nächsten Generation investiert werden, sollte doch erstmal der aktuelle Mobilfunkstandard 4G flächendeckend ohne Funklöcher verfügbar sein.

Doch so einfach ist das nicht. Genau wie bei der Erforschung und Etablierung von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen handelt es sich beim geplanten 5G-Rollout um eine enorme industriepolitische Weichenstellung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Weltweit zeichnet sich ein Prozess ab, der dazu führt, dass die ersten Hightech-Unternehmen aus Niedriglohn-Ländern in ihre Heimatstandorte zurückkehren, weil die Automatisierung es ihnen in Zukunft auch hier ermöglicht, wesentlich günstiger und effizienter zu produzieren als jemals zuvor. Andreas Müller (Head of Communication and Network Technology bei Bosch Corporate Research) sagte auf dem Ericsson Innovation Day im Juni, dass Industrie 4.0 sehr wahrscheinlich die 5G-Killeranwendung wird, denn „mit nur geringem Investitionen kann ein enormes wirtschaftliches Potenzial erschlossen werden, das durch ein beispielloses Maß an Flexibilität, Vielseitigkeit, Effizienz und Benutzerfreundlichkeit von 5G entsteht.“

Wie für die Big Player der deutschen Unternehmenslandschaft ist die schnelle Einführung der 5G-Mobilfunktechnologie auch ein entscheidendes Zukunftsthema für junge Startups. Eine im Oktober durchgeführte Blitzumfrage des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. unter 215 Startups aus Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass eine große Mehrheit von 88 Prozent die Einführung von 5G in Deutschland als wichtig oder sogar sehr wichtig für das deutsche Startup-Ökosystem einschätzt. Dabei glauben nur wenige Gründer, dass die Bundesregierung ihre Ankündigung einhält und Deutschland zum Leitmarkt für 5G entwickelt - ganze 84 Prozent sind dagegen sicher, dass das Ziel in absehbarer Zeit nicht erreicht wird.

Doch langsam kommt Bewegung ins Spiel. Vergangene Woche veröffentlichte die Deutsche Telekom ihren 8-Punkte-Plan 5G für unser Land. Der sieht vor, bis 2025 insgesamt 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche in Deutschland mit 5G abzudecken. Allerdings ist der flächendeckende Breitbandausbau die Grundlage, um nicht nur die einzelnen Haushalte und Industriegebiete, sondern auch die unzähligen Funkmasten miteinander zu vernetzen – ohne Glasfaser kein 5G. Zusätzlich müssen zahlreiche neue Mobilfunkstandorte erschlossen werden, da die Größe einer 5G-Funkzelle zurzeit noch wesentlich kleiner ist als die ihrer Vorgänger. Insbesondere um den Netzausbau im ländlichen Raum und entlang der Verkehrsadern einfacher und wirtschaftlicher zu gestalten, wollen die Mobilfunkanbieter in Zukunft daher auch enger miteinander sowie mit der deutschen Industrie kooperieren. Gemeinsam sollen so auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland erfolgskritische Projekte vorangetrieben werden.

Smart Cities, Telemedizin, die Steuerung von autonomen Maschinen und das Internet der Dinge, 5G wird für all diese Technologien von entscheidender infrastruktureller Bedeutung sein. Aber im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung, dass 5G nur Anwendung bei Unternehmen finden wird, glaubt Stefan Koetz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ericsson GmbH, dass „auch für den Normalnutzer einiges drin ist.“ Was genau, verrät er jedoch noch nicht.

Henning Horn

Autor kontaktieren

Henning Horn hhorn@uni-wuppertal.de
Zurück zur Übersicht

Bleiben Sie informiert über die Vielfalt der digitalen Transformation in NRW.

Jetzt Wissensvorsprung sichern

Neueste Tweets

17.05.2019

RT @BO_I_T: Her mit den Abstracts!
Ab sofort können Abstracts für den #DSRuhrgebiet Kongress 2019, der am 11. Juli im Zentrum für IT-Siche…

17.05.2019

RT @BO_I_T: Die Speaker-Liste für den Kongress #DSRuhrgebiet am 11. Juli 2019 füllt sich: https://t.co/arI3iq9NzR. Sicher Dir Dein Ticket u…

28.03.2019

RT @WirtschaftNRW: Land und EU fördern den Aufbau der Bergischen Innovationsplattform für Künstliche Intelligenz mit mehr als einer Million…