Direkt zum Inhalt
Kontakt
Teilen

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Blog 25.08.2018

Digitalstrategie NRW – Sie sind gefragt!

von Martina Schneider

Erinnern Sie sich? Noch gibt es keine „richtige“ Digitalstrategie NRW, auch wenn Anfang Juli Digitalminister Pinkwart einen ersten Entwurf vorgelegt hat. Als Grund wird angeführt, dass die Bürgerinnen und Bürger des Landes dazu noch gehört werden sollen – das Thema ist einfach zu wichtig!

Bürgerbeteiligung: es gibt in Europa politische Institutionen die den Tag verfluchen, an dem sie offiziell mal ihre Bürger befragt haben. Eine solch große Frage "EU oder nicht EU" stellt die Landesregierung bei der Befragung zur Digitalstrategie für NRW zwar nicht. Aber die Dimension des Themas ist für die Zukunft jedes einzelnen von uns nicht zu unterschätzen. 

Die NRW-Landesregierung formuliert in der Einleitung des Strategieentwurfs die Absicht, den digitalen Wandel nicht als Selbstläufer zu begreifen. Es geht ihr um den „...Gestaltungswillen und die Gestaltungskraft der Menschen in Nordrhein-Westfalen“, die nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen die Entwicklungen der Technik mit definieren sollen. Die Idee ist schon mal gut, vergeht doch kaum ein Tag ohne Nachricht, wie Branchen von der Digitalisierung profitieren (oder verlieren). Große Aufgaben sind noch zu erledigen, damit moderne Technologien die „vielversprechenden“ Zukunftskonzepte in Sachen Mobilität, Produktion, medizinische Versorgung, Klima- und Umweltschutz, u. w. m.  überhaupt umsetzen. Aber eben nicht allein „technikverliebt“ – das heißt nach Effizienz- und Effektivitätskriterien – wie es bisher zu häufig der Fall war. Zeichnet sich hier ein Umdenken ab?

Zumindest erlangen neue Größen in Verbindung zum Technikeinsatz stärkeres Gewicht: Sicherheit, Datenschutz, Privatsphäre und Ethik werden immer häufiger diskutiert – weil sie uns alle angehen und mit dem Fortschritt der Digitalisierung hinterfragt werden. Wie steht es um die Verantwortung autonomer Maschinen, wie um die Sicherheit kritischer Infrastrukturen? Werden einzelne Menschen oder -gruppen durch die Digitalisierung diskriminiert? Wie sieht es mit der Transparenz von Algorithmen aus? Und klar: Wie steht es um die persönlichen Datenschutzrechte? 

Die nächste Welle rollt bereits. Künstliche Intelligenz Technologien in Verbindung mit 5G sind Riesenherausforderungen mit deren Gestaltung und Umsetzung wir gerade erst beginnen. Daher befragt also die Landesregierung NRW jetzt explizit ihre Bürgerinnen und Bürger, wo ihre Prioritäten liegen. Wenn Sie mich fragen, jeder sollte mitmachen. 

Unter www.digitalstrategie.nrw sind grundlegende Informationen hinterlegt und spannend wird es ab Montag, 27. August. Da wird der Startschuss gegeben. Jeder einzelne kann sich bis zum 7. Oktober online beteiligen, und dabei: 

  • Themen priorisieren und drei der wichtigsten Themen der Digitalstrategie auswählen,
  • Themen weiterdenken und dazu Thesen und Fragen zu den 10 Themen der Digitalstrategie bewerten,
  • die Strategie kommentieren und die eigene Meinung zum Text der Digitalstrategie ergänzen,
  • und Verbände können Stellungnahmen hochladen. 

Außerdem wird in den sechs Wochen auf der Website die Beteiligungsphase durch einen Blog unterstützt, der anhand von Themenwochen die einzelnen Kapitel der Strategie unter die Lupe nimmt und zur Diskussion einlädt. Ich bin mal gespannt, was dabei raus kommt. Bis Ende des Jahres plant die Landesregierung ihre Digitalstrategie mit der Beteiligungskampagne weiterzuentwickeln.

Mit Blick auf den neu eingerichteten Digitalrat der Kanzlerin, der sich national um die drängenden Fragen der Digitalisierung kümmern soll, ist festzuhalten: Hier ist schon mal keine Zivilgesellschaft mit ihrer Meinung vertreten. 

Also ich werde die Chance nutzen, zu sagen, was mir wichtig ist. Konträr zu der NRW-Wahlkampf Aussage 2017: „Digital first – Bedenken second“.

Herzliche Grüße
Martina Schneider

Autor kontaktieren

Zurück zur Übersicht

Bleiben Sie informiert über die Vielfalt der digitalen Transformation in NRW.

Jetzt Wissensvorsprung sichern