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Blog 14.07.2018

5G: Endlich kommt Bewegung ins Spiel!

von Henning Horn

Es wird aber auch höchste Zeit, die Spielregeln für die Einführung der neuen Mobilfunktechnologie 5G festzulegen.

Dieser Prozess soll bis zum November geregelt sein, so dass die neuen Frequenzen von der Bundesnetzagentur im Jahr 2019 endlich versteigert werden können. Schon jetzt sind die Manager der Mobilfunkkonzerne sehr gefragte Gesprächspartner. Denn die Konkurrenz in den USA, in China oder in Südkorea schläft nicht bei der Erschließung neuer Technologien und den damit einhergehenden Zukunftsmärkten. In der Schweiz wurde in den vergangenen Tagen schon die Ausschreibung zu der voraussichtlich im Januar 2019 stattfindenden Auktion der 5G-Frequenzen eröffnet. Soweit sind wir leider noch nicht.

Aber richten wir den Fokus auf Deutschland. Das Positive für Nordrhein-Westfalen vorweg: Den ersten Aufschlag brachte Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Pinkwart Ende Juni mit dem ‚Mobilfunkpakt‘ ins Spiel. Die Standortfaktoren in NRW könnten besser kaum sein. Bitkom-Landessprecher und Vorsitzender der Geschäftsführung der Ericsson GmbH, Stefan Koetz sagte dazu: „NRW prägte die 5G-Entwicklung wie kaum ein anderes Bundesland. Ob nun das Vodafone 5G-Lab in Düsseldorf, das Deutsche Telekom 5G-Haus in Bonn oder das Ericsson-Eurolab in Aachen – gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren unseren Beitrag zu dieser Technologie und ihren Anwendungsfeldern geleistet“.

Experten erwarten durch die Vielzahl der neuen Möglichkeiten, die mit der flächendeckenden Einführung der 5G-Technologie einhergehen, nicht weniger als eine Revolution der Digitalwirtschaft hin zu einer New ICT Industry. Durch die fünfte Generation der Mobilfunkkommunikation erhöht sich die Geschwindigkeit der Datenübertragung enorm, verbraucht dabei jedoch erheblich weniger Energie. Zudem werden bei einer deutlich gesteigerten Kapazität der Funknetze gleichzeitig die Latenzzeiten signifikant reduziert, so dass die Geschwindigkeit des mobilen Internets im Idealfall zukünftig der schnellsten menschlichen Reaktionszeit von rund einer Millisekunde entsprechen würde.

Genau hier kommt nahezu jede Branche der Industrie ins Spiel. Die Unternehmen warten sehnsüchtig auf das neue, schnelle und intelligente Netz. Das weiß auch die Politik. „Der neue Technologiestandard 5G schafft die Grundlage für die Industrie 4.0. Nordrhein-Westfalen hat durch seine dichte Forschungs- und Unternehmenslandschaft ideale Voraussetzungen für die umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion. "Wir müssen schnell in hochwertige 5G-Netze und in entsprechende Produkte und Anwendungen investieren“, so Minister Pinkwart im Vorfeld der Präsentation des 'Mobilfunkpaktes'. Ziel muss es sein, ein innovatives 5G-Ökosystem gemeinsam mit den Netzbetreibern und allen beteiligten Akteuren zu etablieren, das zur Weltspitze gehört.

In diesem Spiel ist jedoch Eile geboten, wie der Blick über den europäischen Tellerrand in die Arena der Weltwirtschaft zeigt. Vereinbarte Bundesverkehrsminister Scheuer beim 'Mobilfunkgipfel' am Donnerstag in Berlin noch mit den Managern der Mobilfunkanbieter, die Mobilfunkabdeckung durch 3G und 4G in der Bundesrepublik bis 2021 von 98 Prozent auf 99 Prozent der Bevölkerung zu steigern, glänzt Südkorea bereits mit totaler Netzabdeckung. Nirgendwo auf der Welt fließen die Datenströme schneller und billiger. Bei den Olympischen Winterspielen im Februar startete Korea Telecom (KT) in Kooperation mit Intel und Samsung Electronics darüber hinaus einen großen öffentlichen Testlauf mit ersten Anwendungen der neuen 5G-Technologie, wie z.B. 360-Grad-Virtual-Reality-Liveübertragungen und Omni-Point-Ansichten.

Die Zusage für den mit Milliardeninvestitionen verbundenen Ausbau knüpfen die Unternehmen in Deutschland allerdings an die Bedingung, dass die Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration nach ihren Wünschen verläuft. „Wir sind zu solchen Investitionen bereit, wenn auch die Rahmenbedingungen gegeben sind, die wir brauchen" wird Telekom-Chef Timotheus Höttges zitiert. Es ist davon auszugehen, dass er damit den anstehenden Auktionsprozess der neuen Frequenzen meint. Spätestens mit dem in den vergangenen Monaten in der Berliner City errichteten 5G-Cluster, bestehend aus ca. 70 neuen 5G-Antennen, ging die Erkenntnis einher, dass für die flächendeckende Abdeckung durch die nächste Mobilfunkgeneration deutlich mehr Antennen benötigt werden als bisher kalkuliert. Folglich also eine teure Angelegenheit. Daher wird sich der Rollout ebenso wie der seiner Vorgängergenerationen zunächst erst einmal auf Städte, Industriezentren und Autobahnen konzentrieren, wo die ersten Anwendungen auch eine direkte Wertschöpfung für die Betreiber implizieren.

Um das Spiel letztendlich für sich zu entscheiden, ist zudem eine weitere taktische Komponente von zentraler Bedeutung für eine deutsche Gigabit-Strategie. Die Glasfasertechnologie. Passend hierzu ist, dass der Förderhöchstbetrag des Bundes für den Breitbandausbau angehoben und das Verfahren durch einen Relaunch beschleunigt wird. Denn die 5G-Technologie ermöglicht es, durch ihre enormen Potenziale zwar die flächendeckende, bis in jeden Haushalt des kleinsten Dorfes führende Glasfaserverkabelung in der Republik aufzuschieben, die unzähligen neuen und alten Funkzellen im Land müssten aber dennoch zügig an ein funktionierendes Glasfasernetz angeschlossen werden.

Erfreulich wäre, wenn die nordrhein-westfälischen Kommunen von den höheren Fördersummen und einer Beschleunigung der Verfahren noch kurzfristig profitieren könnten, um optimal auf den 5G Rollout vorbereitet zu sein.

Herzliche Grüße
Henning Horn

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Henning Horn hhorn@uni-wuppertal.de
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