Direkt zum Inhalt
Kontakt
Teilen

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Blog 06.07.2018

Wettlauf um KI-Experten in vollem Gange

von Bajram Dibrani

Zwischen großen IT-Konzernen ist ein unkontrollierter Wettlauf um die rar gesäten KI-Experten entbrannt. Die Universitäten kommen kaum nach mit der Ausbildung und verlieren zudem ihre besten Köpfe.

Jahrzehntelang war künstliche Intelligenz lediglich ein Nischenfach an amerikanischen Universitäten. Das ändert sich gerade radikal. Weil künstliche Intelligenz-Technologien für viele Unternehmen große Wachstumschancen bieten und Profite versprechen, kommen die Universitäten mit der Ausbildung von KI-Spezialisten nicht hinterher. Auf der anderen Seite werfen alle prominenten IT-Konzerne gerade mit Geld um sich, um auf dem Markt die besten KI-Experten abzugreifen. Denn es geht um nicht weniger als um die Vorherrschaft auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Oder mit den martialischen Worten Wladimir Putins ausgedrückt: „The one who becomes the leader in this sphere [of AI] will be the ruler of the world.“

Weltweit sind Millionen von KI-Experten gesucht. Von denen gibt es jedoch nur knapp 300.000, wie der chinesische IT-Riese Tencent errechnet hat. In unterschiedlichen Bereichen sind schätzungsweise 200.000 dieser Experten bereits angestellt. Die verbliebenen 100.000 studieren noch. So ist ein Wettlauf um die besten Köpfe entstanden, bei dem sich die Unternehmen mit Gehaltsangeboten gegenseitig überbieten. Weil Angebot und Nachfrage stark auseinanderklaffen, werden in der freien Wirtschaft zwischen 300.000 und 500.000 US-Dollar gezahlt. Bei erfahrenen KI-Experten werden daraus schnell einige Millionen.  

Das führt zu einem sogenannten „braindrain“ an den amerikanischen Universitäten. Also eine Talentabwanderung bzw. Abwanderung von Spitzenforschern, auf die die Universitäten nicht vorbereitet sind. Es ist abzusehen, dass es strukturell mittel- und langfristig an KI-Fachbereichen mangeln wird. An den Unis fehlen schon jetzt die Professoren, die die kommende Generation der benötigten KI-Experten ausbilden können. Durch das aggressive Abwerben der Absolventen zerstören die IT-Giganten die Hochschullandschaft. Damit verhindern sie die Ausbildung des potentiellen Nachwuchses, den sie zukünftig benötigen werden.

Um diesem Trend entgegenzusteuern, bauen die Konzerne zunehmend eigene KI-Labore auf. In diesen sollen die Mitarbeiter verstärkt aus- und weitergebildet werden. Facebook betreibt bereits im Silicon Valley, in New York, Montreal und Paris solche internen Forschungszentren. Ähnliches gilt für Google. Dafür wurden prominente Wissenschaftler von Eliteuniversitäten geholt, die für viel Geld innerhalb des Unternehmens Spitzenforschung betreiben und Weiterbildungen anbieten sollen. Eines ist klar: Es mangelt den Konzernen zwar an Entwicklern, nicht jedoch an Geld.

Doch die IT-Konzerne sind nicht die einzigen Akteure, die im Wettbieten aktiv sind. Daneben buhlen auch Automobilkonzerne, Industrieunternehmen oder Agrarkonzerne um KI-Experten. Denn, um autonome Fahrzeuge, automatisierte Fabriken oder smarte Saatmaschinen zu realisieren, wird ebenso KI-Expertise benötigt. Tausende Start-ups auf der Suche nach KI-Absolventen verschärfen die Situation. 

Was lässt sich daraus für Deutschland und NRW schließen? Im Grunde haben wir hier eine ähnliche, zeitlich etwas verzögerte, Entwicklung. Damit uns diese nicht so hart trifft, brauchen wir dringend eine Stärkung der anwendungsorientierten KI-Forschung und eine bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Mit dem Entwurf einer umfassenden Digitalstrategie hat die Landesregierung erst kürzlich hierzu einen ersten wichtigen Schritt geleistet.

Bleiben Sie informiert über die Vielfalt der digitalen Transformation in NRW.

Jetzt Wissensvorsprung sichern

Neueste Tweets

21.09.2018

RT @WirtschaftNRW: Schnelles Internet so selbstverständlich wie fließend Wasser? Wie soll die digitale Infrastruktur in #NRW aussehen? Teil…

12.09.2018

Was bringt Künstliche Intelligenz eigentlich für #NRW? Unser neues Eckpunktepapier "Künstliche Intelligenz und Masc… https://t.co/rpRMOpdToL

28.08.2018

RT @CAISnrw: Das #CAISforum18: 'Wenn Künstliche Intelligenz Beschäftigte befördert oder feuert. Wie verändern Algorithmen die Arbeitswelt?'…