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Blog 29.06.2018

Revolutioniert Blockchain die Energiewirtschaft?

von Jacqueline Stork

Sind Sie stolzer Besitzer einer Photovoltaik-Anlage? Dann freuen Sie sich sicherlich in diesen Tagen ganz besonders über das schöne Wetter und die Stromgewinnung mehr oder weniger zum Nulltarif.

Doch was würden Sie sagen, wenn Sie nicht benötigte Kilowattstunden Strom künftig nicht mehr nur in das Stromnetz einspeisen könnten, sondern den Strom direkt an ihren Nachbarn verkaufen könnten? Die Lösung: Peer-to-peer-Trading via Blockchain.

Was kompliziert klingt, wird bereits in der Praxis erprobt. Die Wuppertaler Stadtwerke beispielsweise stellt einen Blockchain-basierten Handelsplatz für Ökostrom zur Verfügung. Das Prinzip: Auf dem Handelsplatz „Tal.Markt“ können Kunden ihren Strom bei lokalen Ökostromanbietern erwerben und ihren Energiemix selbst zusammenstellen. Jede Transaktion wird über die Blockchain-Technologie fälschungssicher ausgeführt. So wird sichergestellt, dass keine Kilowattstunde Solar- oder Windstrom doppelt verkauft werden kann. 

Werden also künftig Stadtwerken und Co. als "Man-in-the-middle" durch die Blockchain-Technologie überflüssig? Eine Antwort vermag ich Ihnen heute noch nicht zu geben. Aber: Aufgrund ihrer technologischen Eigenschaften (Dezentralität, Unveränderlichkeit und Transparenz) schätzt das Weltwirtschaftsforum das weltweite Potenzial für alle Branchen als immens ein: Bis zum Jahr 2027 könnten mehr als 10 Prozent der weltweiten Bruttoinlandsprodukte durch eine Blockchain-Technologie abgewickelt werden. Exakte Zahlen für die deutsche oder gar nordrhein-westfälische Energiewirtschaft gibt es aktuell nicht. Die jüngste Ernst & Young Studie attestiert der Technologie aber für den Energiesektor ein hohes Innovations-, Markt- und Veränderungspotenzial und stuft die Blockchain-Technologie bereits als Basis-Technologie für die Energiewirtschaft ein.

Die Anwendungsfälle sind divers und reichen vom eben beschriebenen Energiehandel über Smart Grids bis hin zu transparenten, nachvollziehbaren und fälschungssicheren Zertifikaten für erneuerbare Energien. Welche Anwendungsfälle halten Sie für die vielversprechendsten? Oder entwickeln Sie bereits ein eigenes Blockchain-Projekt für die Energiewirtschaft? Dann melden Sie sich doch bei mir, denn wir vom CPS.HUB NRW arbeiten auch an diesem Thema.

Revolution? Disruption? Oder doch "nur" eine Innovation für die Energiewirtschaft? Eins ist sicher, Blockchain könnte die gewünschte Energiewende herbeiführen. Alle Photovoltaik-Anlagen-Besitzer würde das sicherlich freuen und alle anderen genießen am Wochenende vielleicht einfach so das herrliche Sommerwetter: 30 Grad und 14 Stunden Sonne.

Herzliche Grüße
Jacqueline Stork

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Jacqueline Stork stork@uni-wuppertal.de
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