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Blog 08.06.2018

Soziotechnische Systeme für die Textilbranche

von Jacqueline Stork

Das Projekt "SozioTex - Neue Soziotechnische Systeme in der Textilbranche" geht in die entscheidende Projektphase. Zum Endspurt habe ich mit der stellvertretenden Projektleiterin Dr. Andrea Altepost über Projektinhalte, erreichte Ziele und Perspektiven gesprochen.

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

Dr. Andrea Altepost: Die deutsche Textilbranche ist weltweit führend im Bereich der technischen Textilien. Die Unternehmen sind einem harten globalen Wettbewerb ausgesetzt. Ihr Digitalisierungsgrad ist eher niedrig, der Anteil älterer Mitarbeiter überdurchschnittlich hoch. Diese Ausgangssituation ist die Motivation für diese interdisziplinäre Nachwuchsforschergruppe, die eine partizipative Vorgehensweise zur Entwicklung und Implementierung eines lernförderlichen digitalen Assistenzsystems entwickelt. Das Ziel: heterogene Belegschaften beim Umgang mit innovativen, vernetzten Maschinen und Prozessen zu unterstützen.

Was macht das Projekt einzigartig, was sind die Besonderheiten?

Dr. Andrea Altepost: SozioTex gestaltet direkt auf dem Shop-Floor einen Abschnitt der Wertschöpfungskette und erarbeitet unter Einbezug der Nutzer notwendige Aspekte für das Assistenzsystem, bei dem der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Kompetenzen im Mittelpunkt steht. Vorgesehene Lernkomponenten berücksichtigen den individuellen Kenntnis- und Erfahrungsstand der Nutzer. Durch die Unterstützung komplexer Arbeitsprozesse kommt es zur Fehler- und Zeitreduzierung. Die Nutzerorientierung des soziotechnischen Systems, die Lernförderlichkeit und die Erhöhung der Produktivität sind besondere Merkmale von SozioTex. Als interdisziplinäres Team bündeln wir Kompetenzen aus den Ingenieurswissenschaften, der Soziologie und den Bildungswissenschaften.

Wie werden die Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen?

Dr. Andrea Altepost: Der Transfer in die Praxis ist ein fließender Prozess. Die künftigen Nutzer unserer Partnerbetriebe werden in diesem Sommer in Tests mit einem ersten Funktionsmodell des Assistenzsystems im Labor eingebunden. Eine verbesserte Version wird anschließend vor Ort in den Betrieben erprobt. Ziel ist einerseits der Einsatz des Assistenzsystems in den Betrieben in einem passenden soziotechnischen Kontext und andererseits die Nutzung der generellen Vorgehensweise von Unternehmen für eigene Projekte.

Welche Hürden mussten Sie bislang im Projekt überwinden?

Dr. Andrea Altepost: Interdisziplinäre Arbeit ist nicht von allein erfolgreich. Es braucht einige Zeit, sich mit den Perspektiven der jeweils anderen Disziplinen vertraut zu machen und diese in die eigene Denkweise einzubeziehen. SozioTex ist sogar „transdisziplinär“, d. h. bezieht die Bedürfnisse und Sichtweisen der beteiligten Betriebe ein. Zudem können innovative Ansätze zeitweise zusätzliche Kompetenzen erfordern. 

Wie sieht der weitere Fahrplan bis Projektende aus?

Dr. Andrea Altepost: Das Assistenzsystem wird mithilfe von Nutzertests in mehreren Iterationsschleifen erprobt. Wir erhalten Feedback und verbessern Funktionalität und die Mensch-Maschine-Interaktion: Was ist den Mitarbeitern wichtig, welche Wünsche und möglicherweise auch Ängste – z. B. in Bezug auf Datensicherheit – haben sie? Wird die digitale Assistenz akzeptiert? Aber auch: Wie kann sie im Sinne der Gestaltung eines soziotechnischen Systems im Betrieb implementiert werden? Hieraus werden Empfehlungen für andere Anwendungsfälle abgeleitet.

Weitere Informationen zum Projekt SozioTex finden Sie hier.

Autor kontaktieren

Jacqueline Stork stork@uni-wuppertal.de
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