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Blog 01.06.2018

Frankreich auf der Überholspur?

von Lena Weigelin

Schon im Jahr 2019 sollen in Frankreich autonome Autos fahren – zumindest auf definierten Abschnitten. Und im Zeitraum bis 2022 könnten diese so genannten Level-3-Fahrzeuge dann Teil des normalen Straßenverkehrs sein.

Level-3-Fahrzeuge sind solche, die zwar tatsächlich autonom fahren, aber bei denen jederzeit ein Fahrer die Kontrolle übernehmen können muss. Es ist damit also noch nicht so weit, dass wir uns komplett zurücklehnen und beispielsweise einkaufen, arbeiten, schlafen oder essen können, was ich sehr schade finde. Aber es erscheint ja auch irgendwie logisch, dass es in der Übergangsphase, in der nicht nur theoretisch autonom fahrende sondern auch klassische Fahrzeuge unterwegs sein werden, immer wieder zu Situationen kommen wird, in der nur ein menschlicher Fahrer die richtige Entscheidung treffen kann. Stellen wir uns z. B. eine klassische Kreuzung mit rechts-vor-links-Regelung vor, an der von allen Seiten gleichzeitig Autos kommen. Wer darf fahren? Heutzutage verständigt man sich da per Handzeichen. Stehen aber drei klassische und ein autonomes Fahrzeug an einer solchen Kreuzung, sieht die Situation anders aus.

Wie lange diese Übergangsphase dauern wird, das vermochte bei unserer Konferenz „Das nächste Level der Mobilität – Automatisierung, multimodale Services und die Rolle von Daten“ keiner der anwesenden Experten vorauszusagen. Aber dass für diese Übergangsphase noch einiges an Interaktionsprinzipien vorzubereiten ist, wurde u. a. im Vortrag von Dr. Tobias Hesse vom DLR sehr deutlich.

Und damit komme ich auch zurück zur Überholspur: Wenn Frankreich mit seiner Initiative nun darauf zielt, eine Vorreiterrolle einzunehmen in Sachen autonomes Fahren, wie ist das dann eigentlich zukünftig, sobald man eine Grenze passiert? Wird mein Level-3-Fahrzeug dann zwangsläufig wieder zu einem ganz normalen Auto, in dem ich alle Kommandos gebe? Nein. Denn es wird natürlich auch grenzübergreifend an diesen Fragen gearbeitet und Stand September 2017 haben 12 EU-Mitgliedsstaaten die Erprobung automatisierter Fahrzeuge (Level 3) auf öffentlichen Straßen ermöglicht. Darunter auch Deutschland. Es gibt sogar ein grenzübergreifendes „digitales Testfeld“ zwischen Metz und Merzig.

Zwischen NRW und Belgien oder den Niederlanden ist noch keine grenzübergreifende Teststrecke geplant. Aber es wird trotzdem intensiv am Thema autonomes Fahren gearbeitet: Viele Akteure arbeiten an der technischen Weiterentwicklung selbstfahrender Autos. Seit wenigen Wochen wird beispielsweise das Testgelände für autonomes Fahren in Aldenhoven erweitert. Dort wollen Forscher der RWTH Aachen untersuchen, wie sicher selbstfahrende Autos in der Innenstadt sind. Zwischen dem Kreuz Meerbusch und der Düsseldorfer Innenstadt entsteht im Rahmen des Projekts KoMoD aktuell eine von NRW-weit zwei großen Testrecken für autonomes Fahren. Ab diesem Monat sollen die ersten autonom fahrenden Autos auf der Strecke unterwegs sein. Eine weitere Teststrecke wird es zwischen Soest und Iserlohn geben, hier steht insbesondere das autonome Fahren im ländlichen Raum im Fokus.

Bei unserer Konferenz ging es übrigens noch um viele andere Aspekte rund um die Mobilität der Zukunft – schauen Sie doch mal auf den Rückblick oder in die Präsentationen zu den Vorträgen.

Herzliche Grüße

Lena Weigelin

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