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Blog 01.09.2017

Virtual- und Augmented-Reality für die Schwerindustrie

von Jacqueline Stork

Ein Interview mit dem Projektleiter von DamokleS 4.0

Das Projekt DamokleS 4.0 zielt auf die Entwicklung neuer Szenarien und zugehöriger Prozesse zur Unterstützung der Mitarbeiter der Schwerindustrie auf Basis neuer, flexibler, adaptiver und mobiler Technologien. Projektleiter Prof. Dr. Marc Jansen vom Institut für Informatik der Hochschule Ruhr West gibt im Interview einen detaillierten Einblick in die Arbeit von DamokleS 4.0.

Die Schwerindustrie wird bislang eigentlich nicht direkt mit Digitalisierung in Verbindung gebracht. Trotzdem haben Sie mit Ihrem Projekt bewusst den Fokus auf die Schwerindustrie gelegt. Warum ist diese auf ein spezielles System angewiesen?

Marc Jansen: Die Fertigungsprozesse in der Schwerindustrie werden kürzer und gleichzeitig immer komplexer, die Produktionsmengen kleiner und Kundenwünsche bzgl. Produktqualität und Vielfalt anspruchsvoller. Mitarbeiter treffen, entlang der Wertschöpfungskette und innerhalb unterschiedlicher Hierarchiestufen, Entscheidungen, die die Produktionsplanung beeinflussen und den wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen. Basis dieser Entscheidungen ist immer häufiger eine gesicherte, transparente und echtzeitfähige Bereitstellung von Produktions- und Prozessdaten. Hier setzen wir an mit der Entwicklung neuer Szenarien, dazugehöriger Prozesse und neuer Bedienkonzepte.

Was unterscheidet das Projekt von anderen Informationssystemen für die Produktion?

Marc Jansen: Die Einzigartigkeit des Projekts liegt in der Integration von Virtual- und Augmented-Reality-Technologien in die Fertigungsprozesse. DamokleS 4.0 geht dabei über die klassischen Ziele des Wissensmanagements, die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen, deutlich hinaus. Wir versuchen, dies auf möglichst minimalinvasive Art und Weise zu tun, sodass die entsprechenden Mitarbeiter zwar während ihrer aktuellen Aufgabe unterstützt werden, gleichzeitig aber nicht durch die Informationen abgelenkt werden.

Gab es in der Vergangenheit Stolpersteine bei der Umsetzung des Projekts? Welche Erfahrungen nehmen Sie daraus für die weitere Arbeit mit?

Marc Jansen: Wichtig war uns von Anfang an, die Arbeitnehmervertreter, wie z.B. den Betriebsrat, mit ins Boot zu holen. Hiermit haben wir gute Erfahrungen gemacht und konnten so einige Stolpersteine umgehen. Auf technischer Seite haben wir das Problem, dass wir in recht widrigen Umgebungen unterwegs sind. Die Fertigungsorte sind in der Regel recht dreckig, was technischen Geräten, wie wir sie installieren möchten, nicht gut tut. Darüber hinaus stoßen wir an unsere Grenzen im Hinblick auf einsetzbare Technologien, wenn es z.B. um Indoor-Ortung von Mitarbeitern geht. Da wir Entwicklungen hauptsächlich in der Stahlindustrie erproben, können wir keine Standardsysteme zur Ortung von Mitarbeitern einsetzen, sondern benötigen eine Mischung verschiedener, widerstandsfähiger Technologien.

Wie sieht der weitere Fahrplan des Projektes aus? Was sind die nächsten Schritte?

Marc Jansen: Die nächsten Schritte bestehen aus der konkreten Implementierung der identifizierten Szenarien. Hierzu installieren wir gerade, in Absprache mit unseren assoziierten Partnern, die notwendige Hard- und Software und entwickeln parallel die auf den Anwendungsfall bezogene Software. Zusätzlich unternehmen wir aktuell einige Laborversuche, um geeignete Hardware für die Informationsübermittlung an die Mitarbeiter zu identifizieren. Hier sind insbesondere Kollegen mit psychologischem Hintergrund tätig, um entsprechende Untersuchen zielgerichtet durchführen zu können.

Dieser Beitrag ist Teil einer Interviewreihe, in deren Rahmen wir auf unserer Website gelistete, innovative Projekte aus Nordrhein-Westfalen vorstellen. Weitere Informationen zu DamokleS 4.0 finden Sie hier.

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