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Blog 04.08.2017

Wie wird der Einzelhandel digital?

von Jacqueline Stork

Ein Interview mit dem Projektkoordinator des Zukunftslabors Einzelhandel Südwestfalen 2020

Ingo Borowicz ist Projektkoordinator des Zukunftslabors Einzelhandel Südwestfalen 2020 und koordiniert als Schnittstelle zwischen den beteiligten Partnern die Arbeit des Projektes. Das Zukunftslabor wurde ins Leben gerufen, um die Herausforderungen der Digitalisierung im heimischen Einzelhandel anzugehen. Gefördert wird das Projekt durch die Europäische Union und das Land NRW. Ziel ist es, den Einzelhandel vor Ort bei der Entwicklung einer langfristigen Cross-Channel-Strategie zu unterstützen. Im Interview gibt Ingo Borowicz einen exklusiven Einblick in die Projektarbeit und den weiteren Fahrplan des Zukunftslabors.

Herr Borowicz, Ihr Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, den Einzelhandel bei der Bewältigung der Digitalisierung zu unterstützen. Wie wurde die Projektidee geboren?

Ingo Borowicz: Es wird damit gerechnet, dass der stationäre Einzelhandel in Südwestfalen bis zu 30 Prozent seiner Umsätze an den Online-Handel verliert. Wer als stationärer Händler im Internet nicht sichtbar ist, existiert für viele Konsumenten nicht. Genau hier liegt die Grundidee des Labors, das am 1. April 2016 mit seiner Arbeit begonnen hat. Der lokale Handel muss sich die Vorteile der Onlinewelt zunutze machen und interessierte Kunden auf allen Kanälen ansprechen, um die vorhandene Kaufkraft vor Ort zu binden.

Welche Rolle nehmen Sie innerhalb des umfangreichen Projektvorhabens ein?

Ingo Borowicz: Als Projektkoordinator bin ich die Schnittstelle zwischen den beteiligten Partnern (Hochschulen, IHKs, Wirtschaftsförderer und Händler). Ich koordiniere die Projektprozesse unter Berücksichtigung der gesetzten Ziele. Darüber hinaus bin ich für alle Marketingaktivitäten verantwortlich, hierzu zählen auch Referententätigkeiten. Hinzu kommen administrative Aufgaben gegenüber dem Fördergeber, wie die Vorbereitung des Mittelabrufs oder die Erstellung von Sachberichten.

Was macht Ihr Projekt einzigartig und was sind die größten Besonderheiten?

Ingo Borowicz: Einzigartig ist sicherlich die Flexibilität des Projektes, da wir auf die konkreten Bedürfnisse der Händler und Kommunen in Südwestfalen eingehen. Dafür wurde in einer umfangreichen  Analysephase geschaut, wo die Probleme liegen. Unser Ziel ist es, den Händler dort abzuholen, wo er sich im Digitalisierungsprozess befindet. Dabei versuchen wir die Hemmschwelle so gering wie möglich zu halten, damit die Händler motiviert an das komplexe und temporeiche Thema der Digitalisierung herangehen.

Konnten erste Ergebnisse des Projektes bereits in der Praxis angewandt werden?

Ingo Borowicz: Seit März 2017 läuft unsere Workshop-Phase in den beteiligten Kommunen, die auf den Erkenntnissen unserer Analyse aufbaut. Hier können sich Händler interaktiv in Themen wie Suchmaschinenoptimierung, POS-Lösungen oder Website-Erstellung einbringen. Einfache Maßnahmen konnten die Händler dann schon direkt in die Praxis umsetzen, wie z. B. das Optimieren der eigenen Website durch Ergänzung wichtiger Suchbegriffe (Keywords).

Gab es in der Vergangenheit Stolpersteine bei der Umsetzung des Projekts? Welche Erfahrungen nehmen Sie daraus für die weitere Arbeit mit?

Ingo Borowicz: Eigentlich gab es bisher keine negativen Überraschungen. Da unser Projekt flexibel angelegt ist, können wir auf neue Herausforderungen gut reagieren. Ein Beispiel hierfür ist das angedachte Retail Lab: ein Ladenlokal mit digitalen POS-Lösungen, das Händler vor Ort anschauen und testen können. Der bisherige Projektverlauf hat aber gezeigt, dass dieser Ansatz von unserer Zielgruppe nicht besonders gut angenommen wird. Daher wird es nun eine webbasierte Lösung des Labs mit konkreten Handlungsempfehlungen geben. 

Wie sieht der weitere Fahrplan des Projektes aus? Was sind die nächsten Schritte?

Ingo Borowicz: In Kürze planen wir eine kostenfreie App namens EASE zu veröffentlichen. Diese soll vorrangig die Händler an das Thema Digitalisierung spielerisch heranführen, die sich bisher wenig damit auseinandergesetzt haben. Dabei geht es in erster Linie um Wissensvermittlung und das Erlernen wichtiger Fachbegriffe, welche für eine Digitalisierungsstrategie unabdingbar sind. Aufgrund der positiven Erfahrungen werden die Workshops in 2018 fortgesetzt, dann soll auch das Retail Lab online gehen.

Dieser Beitrag ist Teil einer Interviewreihe, in deren Rahmen wir auf unserer Website gelistete, innovative Projekte aus Nordrhein-Westfalen vorstellen. Weitere Informationen zum Zukunftslabor Einzelhandel Südwestfalen 2020 finden Sie hier.

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