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Blog 10.01.2017

Alles ist intelligenter als ich. Bald?

von Monika Gatzke

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Noch nicht alles, wage ich zu schreiben. Aber wie lange noch? In diesem Jahr zum Beispiel gewinnt eine intelligente Haarbürste einen International CES Innovation Award. Und noch schlimmer, das auf intelligente Zahnpflege spezialisierte Unternehmen Kolibree fragt sogar nach Liebenswürdigkeit, “what if you fell in love with your toothbrush instead?"

In der vergangenen Woche (KW 1/2017) hat die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wieder einmal ein großes Spektakel geliefert. Was das Konsumentenherz an neuen digitalen Geräten auch begehrt, hier wurden sie präsentiert. Die Liste der Ausstellerkategorien zeigt uns eindrücklich, wie breit das Spektrum der Kategorie „Consumer Electronics“ mittlerweile geworden ist. Ich greife einige heraus, die sicherlich nicht von Anfang an bei der Messe dabei gewesen sind: 3D Printing, Augmented Reality, Communications Infrastructure, Drones, Fitness and Sports, Health and Biotech, Robotics, Sensors, Smart Home, Vehicle Technology, Wearables… Zum diesjährigen Jubiläum der CES gibt es auch eine schöne Timeline, in der zur Feier von 50 Jahren Innovation die Meilensteine dieser Technologie Industrie zu bestaunen sind. Schauen Sie einmal hier.

Jetzt verstehen Sie sicherlich, was ich mit der Überschrift beklage. Früher war ich eindeutig die Herrin im Haus: Alle Maschinen waren mir untertan. Seit einigen Jahren gewöhne ich mich daran, dass diese Elektrogeräte zunehmend intelligenter werden. Staubsauger, Waschmaschine, Kühlschrank, Heizung etc. haben oftmals eigene Vorstellungen davon, wie sie ihre Tätigkeiten ausführen. Selten stimmen wir von Anfang an überein, oftmals muss ich mich an ihre Logik erst gewöhnen. Merken Sie, wie das geht? ICH gewöhne mich, DIE bestimmen.

Ganz ehrlich: Glücklich macht mich das nicht. Im Gegenteil. Mit der Waschmaschine zum Beispiel bin ich oft ärgerlich, weil sie stur alles besser zu wissen meint. Wenn ich mal eben ein Kurzprogramm für eine halbe Ladung Sportwäsche in unter 60 Minuten brauche, bietet sie kein entsprechendes Programm an und beharrt auf ihren (nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammengestellten) Optionen. Früher drehte ich am Zeitknopf und stellte eine Temperatur ein – und mein Befehl wurde ausgeführt…

Und jetzt sehe ich die neue Haarbürste. Mit Hilfe des eingebauten Mikrofons werden die entstehenden Geräusche aufgenommen und dann analysiert: Fügsamkeit, Kraus- und Trockenheit, gespaltene Spitzen und Haarbruch? 3-Achsen-Zugmesser monitoren die Krafteinwirkung auf Haar und Kopfhaut. Beschleunigungs- und Bewegungsrichtungssensoren vervollständigen die Mustererkennung und zählen die Bürstenstriche – ein haptisches Feedback signalisiert, falls ich zu heftig zur Sache gehe. Und schließlich nimmt noch ein Leitfähigkeitssensor wahr, ob meine Haare trocken oder nass sind. Die ganzen Daten gehen per Bluetooth oder WiFi automatisch an eine App, die z.B. auch Wetterinformationen berücksichtigt. Was kommt nach Angaben des Herstellers heraus: wertvolle Informationen – eine Bewertung der Haarqualität und der Bürstgewohnheiten, personalisierte Empfehlungen und (L-Oreal)-Produktempfehlungen.

Ich fürchte mich nun ein wenig vor der intelligenten Haarbürste. Sie weiß wirklich viel mehr als ich. Muss ich demnächst beim Friseur Aufschläge zahlen, weil sie gepetzt hat, dass ich nicht oft genug bürste? Und was ist, wenn sie schon weiß, dass ich einen Bad Hair Day habe, und ich merke es gar nicht? Ich werde mich noch an die neuen Befehlshaber im Haus gewöhnen müssen. Oder ich verliebe mich einfach in eine ordinäre Handzahnbürste.

In jedem Fall sollten wir in diesem Jahr häufiger und intensiver über künstliche Intelligenz sprechen. Wenn Sie dazu Ideen haben, lassen Sie es mich wissen. Und ich verspreche, dass ich Sie über unsere CPS.HUB-Aktivitäten dazu auf dem Laufenden halte.

Herzliche Grüße

Monika Gatzke